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Über vernetzte Medizintechnik zur Revolution des Gesundheitswesens

Digitale Transformation
Über vernetzte Medizintechnik zur Revolution des Gesundheitswesens

Im Rahmen einer Studie im gesamten europäischen Raum hat Deloitte insgesamt 237 Entscheider aus der MedTech-Branche befragt. Das Ergebnis: Viele der Beteiligten sehen sich noch nicht optimal aufgestellt. Bild: Software Design Solutions
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Das Internet of Medical Things (IoMT) sammelt als verbundenes Netzwerk medizinischer Geräte und Systeme Daten, ordnet und übermittelt all diese Informationen. Diese Technik könnte das Gesundheitswesen zumindest in Teilen revolutionieren. Zwei Gründe sprechen für seinen Einsatz: Effizienz durch Automatisierung von Schlüsselprozessen sowie eine weiter verbesserte Diagnostik und patientenzentrierte Behandlung. Doch wie weit wird netzwerkbasierte Technologie in der Gesundheitsbranche bereits angewendet und wie können Hersteller vernetzter Medizingeräte dieses Potential besser ausschöpfen?

Im Rahmen einer Studie im gesamten europäischen Raum hat Deloitte insgesamt 237 Entscheider aus der MedTech-Branche befragt. Das Ergebnis: Viele der Beteiligten sehen sich noch nicht optimal aufgestellt. Im vergangenen Jahr betrug der Gesamtwert des IoMT-Markts in Europa zwar bereits rund 12 Milliarden US-Dollar – 2020 werden es sogar 44 Milliarden sein – doch die Branche der Hersteller muss sich weiter aktiv verändern und öffnen, um das volle Potential ausschöpfen zu können. Hierbei spielen drei zentrale Herausforderungen bislang die größte Rolle.

Talente gewinnen

Die erste Herausforderung ist die Suche nach den dringend benötigten Talenten, also Datenanalyse-Spezialisten, KI-Entwicklern, Bio-Sciences-Experten und ähnlichen Berufsprofilen. Hierzu bedarf es auch neuer Kooperationsmodelle mit Universitäten, anderen Unternehmen sowie Organisationen des Gesundheitswesens. Der Bedarf ist groß – aber auch der Handlungsbedarf: Ganze 71 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass die zurzeit in dieser Hinsicht vorhandenen Ressourcen und Kapazitäten bei weitem nicht ausreichen.

Stakeholder verstehen

Eine weitere Hürde besteht in der Fähigkeit, der MedTech-Branche, ein tieferes und fundiertes Verständnis der Bedürfnisse und Mechanismen der Stakeholder zu entwickeln, also von Ärzten, Patienten und Vertretern der Kassen. Nur dann kann es gelingen, die Potenziale und Vorteile einer umfassenden Vernetzung sowie einer weitgehenden Automatisierung für jede einzelne Zielgruppe deutlich zu machen. Dazu bedarf es nicht immer eines radikalen Fortschritts: Auch eine entsprechende Erweiterung der Funktionalitäten bestehender Produkte und Services kann manifesten Mehrwert liefern.

Vorteile kommunizieren

Die dritte Herausforderung liegt ebenfalls in der Kommunikation: Es gilt, die vielfältigen Vorteile eines IoMT-basierten Gesundheitssystems so überzeugend darzustellen, dass sich die Protagonisten des Gesundheitssystems auf den Wandel einlassen – der auch ihnen einiges abverlangen wird. In der MedTech-Branche haben bereits 51 Prozent neue Geschäftsmodelle implementiert. Die Aussicht, vergleichbare Kraftakte vollziehen zu müssen, kann durchaus abschreckend wirken. Umso wichtiger ist es, nicht nur Kompetenz zu signalisieren, sondern vor allem auch Vertrauen zu generieren.

„Das Gesundheitswesen ist ein sensibler Bereich aus zahlreichen Mechanismen, Interdependenzen und wachsenden Herausforderungen“, erklärt Michael Dohrmann, Partner Life Science & Healthcare bei Deloitte. Im Zentrum solle jedoch stets die ökonomisch vertretbare Optimierung der Behandlung und Heilung von Patienten stehen. Bevor die Vorteile des IoMT spürbar zum Tragen kommen könnten, müssten deshalb zunächst die Infrastruktur verändert und modifiziert werden sowie allgemeine Akzeptanz geschaffen werden. Letzteres habe viel mit Vertrauen zu tun. Erst wenn klar sei, dass alle gleichermaßen profitierten, könne eine solche Aufgabe erfolgversprechend in Angriff genommen werden. (ig)


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