Kardiovaskulären Medizin

Kardio-MRT-Scanner definiert Behandlungspfade neu

Das erste Magnetom Sola Cardiovascular Edition wird in den kommenden Monaten im Marienhospital Gelsenkirchen installiert. Bild: Siemens Healthineers
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Auf dem ESC Congress 2018 (Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie) stellte Siemens Healthineers erstmals Magnetom Sola CardiovascularEdition vor, einen 1,5 Tesla-Magnetresonanztomographen (MRT), der speziell für kardiovaskuläre Untersuchungen konzipiert wurde. Die Herzbildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) galt in der klinischen Routine lange Zeit als besonders kompliziert und zeitintensiv. Siemens Healthineers möchte eigenen Aussagen zufolge Gesundheitsversorgern helfen, die Möglichkeiten der kardialen MRTDiagnostik leichter auszuschöpfen.

„Wir sehen großes Potential, dass die Integration von Kardio-MRT in klinische Behandlungspfade die Patientenversorgung nachhaltig verbessern wird“, erklärt Philipp Fischer, Geschäftsführer Kardiologie bei Siemens Healthineers. Magnetom Sola Cardiovascular Edition haben wir mit den neuesten zur Verfügung stehenden Technologien speziell auf Höchstleistung bei kardiovaskulären Untersuchungen ausgerichtet. Man ermögliche damit schnellere, zuverlässigere und eindeutige Diagnosestellung für eine größere Patientenpopulation mit ischämischen, strukturellen und arrhythmogenen Grunderkrankungen. Das System liefere entscheidende outcome-relevante Informationen für die Therapiewahl und ermögliche die Optimierung von Patientenbehandlungspfaden. Der Patient erhalte schnell die richtige Therapie und unnötige Untersuchungen oder Prozeduren würden vermieden. Das könne nicht nur Kosten reduzieren, sondern auch das Behandlungsergebnis verbessern und sei damit sowohl im Interesse des Patienten als auch des Gesundheitsdienstleisters.

Das erste Magnetom Sola Cardiovascular Edition wird in den kommenden Monaten im Marienhospital Gelsenkirchen installiert. Schon seit längerem wird die Magnetresonanztomographie in den Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) als Goldstandard zur quantitativen Beurteilung von Morphologie und Funktion des Herzens bezeichnet. Inzwischen enthalten mehr als 25 ESC-Richtlinien spezifische Empfehlungen dafür, in welchen Fällen die MRT in der kardialen Diagnostik eingesetzt werden soll.

Ischämie- und Vitalitätsdiagnostik

Gründe dafür sind vor allem die Genauigkeit der MRT bei der Messung von Volumen, Masse und Wandbewegung des Herzens sowie bei Ischämie- und Vitalitätsdiagnostik. Darüber hinaus gibt es Krankheiten, wie Myokarditis (Herzmuskelentzündung), die nur mit Kardio-MRT nicht-invasiv und zugleich hoch sensitiv diagnostiziert werden können. Die rechtzeitige Diagnose bewahrt diese Patientengruppe nicht nur vor einem unnötigen invasiven Eingriff, sondern kann sie dank der Einleitung der richtigen Therapie auch vor einem plötzlichen Herztod bewahren.

Die Herausforderungen in der MRT-Bildgebung, wie Standardisierung und Produktivität, gelten für die kardiologische MRT in besonderem Maße. Mit Anwendungen, wie Compressed Sensing Cardiac Cine, MyoMaps, der Cardiac Dot Engine und der BioMatrix-Technologie, bietet Magnetom Sola Cardiovascular Edition Funktionen und Workflows, die von Siemens Healthineers speziell für die Anforderungen bei kardiovaskulären Untersuchungen entwickelt wurden.

Compressed Sensing Cardiac Cine

Bei Kardio-Patienten handelt es sich häufig um ältere und schwer kranke Menschen, denen es kaum möglich ist, während der Untersuchung den Atem anzuhalten. Das von Siemens Healthineers entwickelte und mit einer Auszeichnung versehene Compressed Sensing Cardiac Cine beschleunigt MRT-Untersuchungssequenzen derartig, dass sich die Herzfunktion bei freier Atmung messen lässt. Dagegen mussten die Patienten bisher bei Untersuchungen den Atem mehrfach bis zu 20 Sekunden anhalten. Damit sind die Vorteile des Goldstandards für neue Patientengruppen nutzbar, etwa für Menschen mit Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) oder Atemnot (Dyspnoe), für die ein Herz-MRT-Scan bislang häufig nicht infrage kam.

Die Anwendung MyoMaps von Siemens Healthineers liefert quantitative Informationen über die Gewebezusammensetzung des Herzmuskels. Damit lassen sich Erkrankungen des Herzmuskels, Narbengewebe und Ödeme sehr früh im Krankheitsverlauf diagnostizieren und umgehend der richtige Behandlungspfad für den Patienten einleiten. So können manche Krankheitsbilder, zum Beispiel Myokarditis, sogar ohne Kontrastmittel erkannt werden.

Cardiac Dot Engine

Um Anwendern zu helfen, die Untersuchungszeiten zu reduzieren und leichter reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, entwickelte Siemens Healthineers eine Technologie, mit der sich Kardio-MRT-Scans leichter planen und durchführen lassen. Die Cardiac Dot Engine, eine im Markt einzigartige Software von Siemens Heathineers, stellt Schritt-für-Schritt-Anleitungen für standardisierte diagnostische Kardio-MRT_Untersuchungen zur Verfügung. Die Cardiac Dot Engine basiert auf Algorithmen für künstliche Intelligenz und ermöglicht Anwender zuverlässig durch den Kardio-MRT-Scanprozess zu navigieren.

Die Standardisierung von MRT-Scans ist wichtig, um zu soliden, reproduzierbaren diagnostischen Ergebnissen zu kommen. Dazu dient die BioMatrix-Technologie, die sich automatisch an die Biovariabilität verschiedener Patienten anpasst, um ungewollte Variationen im Scan-Prozess zu vermeiden. Die BioMatrix-Technologie verkürzt damit Untersuchungszeiten, reduziert Wiederholungsscans und erzielt konsistente, qualitativ hochwertige Scan-Ergebnisse, die notwendig sind, um Herzpatienten dem richtigen Behandlungspfad zuzuweisen. (ig)

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