Brasilien braucht starke Demokratie und wirtschaftspolitische Reformen

Neuer Präsident

Brasilien braucht starke Demokratie und wirtschaftspolitische Reformen

Die Mehrzahl der gut 300 VDMA-Mitgliedsfirmen in Brasilien haben in den Jahren 2014 bis 2017 spürbare Nachfragerückgänge erlebt, sind dem Land aber treu geblieben. Bild: Brasilia
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Die Maschinenbauer in Deutschland schauen mit gemischten Gefühlen auf die Wahl des neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Brasilien zählt zu den wichtigsten Märkten für den deutschen Maschinenbau, der in den vergangenen Jahren die Erwartungen allerdings enttäuscht hat.

„Die Bedingungen im Land sind schwierig für die mittelständische Industrie. Und es ist völlig offen, ob ein Präsident, der von sich selbst sagt, keine Ahnung von Wirtschaft zu haben, hier rasch Besserung bringen kann. Brasilien braucht aber eine starke Demokratie“, kommentiert Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft. Ein guter Schritt wäre, so schnell wie möglich die Verhandlungen zwischen EU und Mercosur, in dem Brasilien die größte Rolle spielt, wieder aufzunehmen. Ein Freihandelsabkommen könnte gerade den Handel mit Brasilien stärken und dort zusätzliche Konjunkturimpulse setzen.

Stabilität für die Wirtschaft

Die Mehrzahl der gut 300 VDMA-Mitgliedsfirmen in Brasilien haben in den Jahren 2014 bis 2017 spürbare Nachfragerückgänge erlebt, sind dem Land aber treu geblieben. Auch die Maschinenexporte aus Deutschland in das südamerikanische Land haben sich von einst drei Milliarden Euro (2011) auf knapp 1,6 Milliarden Euro (2017) fast halbiert. Im ersten Halbjahr 2018 wurde wieder ein Exportzuwachs um gut 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 879 Millionen Euro verbucht. Die Industrie hofft nun darauf, dass Bolsonaro die richtigen Schritte einleitet, um der Wirtschaft Brasiliens neue Stabilität zu geben und damit auch den Menschen im Land wieder zu mehr Wohlstand zu verhelfen.

„Die Bedingungen im Land sind schwierig für die mittelständische Industrie“, erklärt Ackermann. „Und es ist völlig offen, ob ein Präsident, der von sich selbst sagt, keine Ahnung von Wirtschaft zu haben, hier rasch Besserung bringen kann. Brasilien braucht aber eine starke Demokratie.“

Dazu zählen nach Ansicht der Maschinenbauer:
  • die Verteidigung der demokratischen Ordnung
  • die Förderung der Privatisierung von Staatsbetrieben
  • eine aktive Politik gegen Korruption
  • eine Reduzierung des Staatsapparates und eine Entbürokratisierung

„Viele Maschinenbauunternehmen sehen in ihrem Sektor einen enormen Investitionsstau. Dies nährt die Hoffnung, dass sich das Investitionsklima bei veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schnell drehen könnte. Dies könnte schon 2019 ein deutliches Wirtschaftswachstum bringen”, kommentiert Thomas Ulbrich, Leiter des VDMA Büros in Sao Paulo. Angesichts der anhaltenden Marktschwäche in Brasilien haben viele Maschinenbauer zuletzt ihren Fokus mehr auf das Servicegeschäft gelegt und verstärkt ihre brasilianische Produktion in andere südamerikanische Staaten exportiert. (ig)

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