Medizintechnik

Umsatz der deutschen Hersteller steigt

Die Unternehmen berichten zunehmend, dass es immer schwieriger wird, Fachkräfte für die Produktion, aber auch für Forschung und Entwicklung zu finden. Bild: Michelfelder
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Der Umsatz der deutschen Medizintechnikbranche ist im Jahr 2017 um 2,5 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro gewachsen. Der Inlandsumsatz stieg auf 10,85 Milliarden Euro, der Auslandsumsatz auf 19,08 Milliarden Euro – jeweils ein Wachstum um 2,5 Prozent gegenüber Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten wuchs im Jahr 2017 deutlich um 3,9 Prozent auf 137.900 Beschäftigte.

Die Exportquote lag im vergangenen Jahr unverändert bei 63,7 Prozent, die regionale Verteilung der internationalen Absatzmärkte veränderte sich dabei kaum: 41,6 Prozent der deutschen Medizintechnikexporte gehen in die Europäische Union. Werden europäische Länder außerhalb der EU hinzugezählt, gehen über 50 Prozent der deutschen Medizintechnikexporte in diese Länder. Nordamerika, und damit im Wesentlichen die USA, ist mit einem Anteil von 19 Prozent die zweitwichtigste Zielregion, gefolgt von Asien mit einem Anteil von 18,6 Prozent.

„Im ersten Halbjahr 2018 hat der Umsatz in Europa nur gering zugelegt und hat in den USA stagniert“, erklärt Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik. Dank der positiven Entwicklung in China während des ersten Halbjahrs entspräche die Geschäftsentwicklung insgesamt aber noch weitgehend den Erwartungen der Unternehmen. „Die allgemeine konjunkturelle Entwicklung in Europa, aber auch die Unsicherheiten in der Handelspolitik erhöhen jedoch auch für die Medizintechnik die Unsicherheit über die zukünftige Geschäftsentwicklung.“

Fachkräftemangel und die neue Medizinprodukteverordnung bereiten Sorgen

Anlass zur Sorge gibt der Fachkräftemangel. „Die Unternehmen berichten zunehmend, dass es immer schwieriger wird, Fachkräfte für die Produktion, aber auch für Forschung und Entwicklung zu finden“, so Bursig. „Gerade wegen der anspruchsvollen Technologie und der komplexen Fertigungsverfahren wird der Fachkräftemangel zu einem immer dringenderen Problem.“

Zusätzlich wirkt sich die Einführung der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) negativ aus, deren Umsetzung Personal und Kapital bindet. „Die Unternehmen werden derzeit dadurch ausgebremst, dass wichtige Rechtsakte zur Umsetzung der MDR immer noch nicht vorliegen, obwohl die Hälfte der Übergangsfrist von drei Jahren bereits verstrichen ist“, betont Bursig. „Bis jetzt ist außerdem keine einzige der unabhängigen „Benannten Stellen“, die für den Marktzugang der Produkte eine entscheidende Rolle spielen, akkreditiert.“

Bis zum 26. Mai 2020 müssen alle Hersteller von Medizinprodukten in der EU alle ihre Produkte einer neuen Konformitätsbewertung nach der MDR unterziehen. Ohne Zugang zu einer „Benannten Stelle“ droht die Gefahr, dass Unternehmen im Mai 2020 den Vertrieb von Medizinprodukten in der EU einstellen müssen. „Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind dann in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht – und diese Unternehmen machen über 90 Prozent der Betriebe in Deutschland aus“, so Bursig. (ig)

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