Lachs aus Tiefsee-Aquakultur

Lachs aus Tiefsee-Aquakultur

Ernährung der Menschen sicherstellen

Mit Ocean Farm 1 schwimmt seit November 2017 eine Fischfarm im Atlantik, die die biologischen sowie technologischen Aspekte der Offshore-Fischzucht untersucht. Bild: Continental
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Die Fischbestände in den Weiten der Meere galten lange Zeit als unerschöpflich. Doch seit den 60er Jahren hat sich der Pro-Kopf-Konsum dieser wichtigen Eiweißquelle für die Weltbevölkerung fast verdoppelt. Entsprechend sind die Meere leergefischt und Bestände dramatisch geschrumpft. Heute stammt in etwa die Hälfte des weltweit konsumierten Fisches aus Süßwasser- und Meereszuchten, beispielsweise aus Lachszuchten aus Norwegens Fjorden und Buchten.

Doch um den künftigen Bedarf sicherzustellen, sind noch smartere Lösungen gefragt. Denn im Jahr 2050 soll die Weltbevölkerung laut Prognose der Vereinten Nationen (UN) von heute rund 7,6 Milliarden Menschen auf 9,8 Milliarden wachsen. Wissenschaftler und Unternehmen arbeiten deshalb mit hohem technischem Aufwand daran, die Fischzucht in Offshore-Anlagen vor die Küsten zu verlagern. So hat das norwegische Ministerium für Fischerei Ocean Farming, einer Tochter von SalMar und einem der weltweit größten Produzenten von Zuchtlachs, eine Entwicklungslizenz für Aquakulturzwecke vergeben. Das Ziel: ein neues Technologiekonzept voranzutreiben, das das Wohlbefinden der Fische verbessert und zugleich die Nachhaltigkeit sowie Wachstum auf limitierten Nutzflächen sicherstellt.

Mit Ocean Farm 1 schwimmt seit November 2017 eine Fischfarm im Atlantik, die die biologischen sowie technologischen Aspekte der Offshore-Fischzucht untersucht. Die Anlage besitzt mit ihrem gigantischen Durchmesser von 110 Metern und einem Volumen von 250.000 Kubikmetern (entspricht etwa 200 Standard-Becken) ausreichend Kapazität, um in 14 Monaten 1,5 Millionen beziehungsweise 8.000 Tonnen Fisch heranwachsen zu lassen. Rund 20.000 Sensoren ermöglichen eine vollautomatische Überwachung und Fütterung der Fische.

Damit dies gelingt, werden die Lachse mit Fischfutter gefüttert. Zum Einsatz kommen hier Continental Fördergurte, die sich bereits beim schonenden Transport von Fischfutter in Fabriken, sowie bei der Beladung von Schiffen und beim Transport des Futters im Schiffsinneren seit mehr als einem Jahrzehnt bewährt haben.

Höchste Effizienz auf engstem Raum

Betreiber von Aquakulturen setzen auf einen besonders schonenden und achtsamen Transport des Futtermittels. Denn werden die Pellets aus gepresstem Fischmehl zu sehr beansprucht, setzen sich Feinstoffe ab und sinken auf den Meeresboden. Übermäßiger Algenwachstum und eine Belastung der Gewässer wären die Folgen. Um das Fischfutter zu schützen, sind die geschlossenen Sicon-Gurtfördersysteme von Continental ideal ausgelegt. Von der Aufnahme- bis zur Abgabestation bleibt das System geschlossen und verhindert, dass Feinstoffe austreten und die Umwelt belasten. „Unsere Gurte sind in der Lage vom Lagerraum der Pellets im Kiel des Schiffes bis an Deck enge Kurvenradien von weniger als einem Meter und wie in dieser Anwendung Steigungen in einem Winkel von 13 Grad problemlos zu überwinden“, berichtet Daniel Grimes von Continental. Damit bietet Continental ihren Kunden eine technisch anspruchsvolle Lösung mit überzeugenden mechanischen Eigenschaften.

Eine besondere Mischung

Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung war es, die passende Mischung für den Gurt zu finden. „Die Pellets bestehen aus Fischmehl und -öl und wir haben eine spezielle Kautschuk-Mischung entwickelt, die ölbeständig ist und den Ansprüchen der Fischfutterindustrie entspricht. Sauberkeit an Bord oder auf der Ocean Farm 1 ist ein entscheidender Faktor. Schließlich geht es hier um Nahrungsmittel“, so Grimes. Bei der Entwicklung der Sicon-Gurte für das Ocean Farm 1 Pilotprojekt kam noch ein weiterer Aspekt hinzu. Die Lachsfarm befindet sich mitten auf dem Ozean. Dort sind die Fördergurte Wind und Wetter ausgesetzt. Deshalb hat ContiTech die Mischung weiter optimiert, sodass die Gurte diese Beanspruchungen meistern können und zudem noch meerwassersbeständig sind.

Gurte erhöhen Wohlfühlfaktor

Für die Arbeiter auf Ocean Farm 1 und die Matrosen an Bord der Fischfutterschiffe punktet das geschlossene System mit entscheidenden weiteren Vorteilen: Es garantiert die Sicherheit, denn öliges Fischfutter auf dem Boden würde eine Gefahr darstellen. „Unsere Gurte erhöhen den Wohlfühlfaktor an Bord. Sie halten Gerüche fern und Matrosen können ihre Schuhe auf den Zwischendecks und in den Aufenthaltsräumen ausziehen“, hebt Grimes hervor, der schon einmal Zeit auf einem Fischfutterschiff verbracht hat.

Neben den Anlagen auf Ocean Farm 1 sind derzeit fünf Sicon-Systeme an Bord von Schiffen und eine Anlage in einer Fischfutterfabrik installiert. Dabei unterstützt Continental ihre Kunden nicht nur bei der Installation der Gurte – auch die Instandhaltung ist auf See besonders wichtig. So stehen die Experten bei Fragen stets zur Verfügung. Auch Schulungen der Mannschaft des Kunden gehören zum Repertoire. Wenn es auf dem Ozean zu einem Ausfall kommt, verfügen die Matrosen über das notwendige Know-How und können selbst Abhilfe schaffen. (ig)

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