Politisches Verwirrspiel

Ausschreibungsvolumen erzeugt wachsende Unsicherheit

Die knappe Überdeckung der 3. Ausschreibung für die Windenergie an Land im Jahr 2018 zeigt aus Sicht des BWE, dass noch stabilere politische Rahmenbedingungen nötig sind, um ausreichend Wettbewerb in den Ausschreibungsrunden sicherzustellen. Bild: Windmesse
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Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der dritten Ausschreibungsrunde für Wind an Land im Jahr 2018 bekannt gegeben. Die meisten der 86 Zuschläge gingen an Brandenburg. Angebot und Nachfrage hielten sich die Waage. Die von vielen erwartete Unterdeckung der Ausschreibungsrunde ist ausgeblieben. Das verdeutlicht, dass die Windenergiebranche ihren Beitrag zur Energiewende leisten möchte, trotz anhaltender widersprüchlicher politischer Signale, welche zu Unsicherheit und einer Unterdeckung der letzten Ausschreibungsrunde geführt hatten.

Die knappe Überdeckung der 3. Ausschreibung für die Windenergie an Land im Jahr 2018 zeigt aus Sicht des BWE, dass noch stabilere politische Rahmenbedingungen nötig sind, um ausreichend Wettbewerb in den Ausschreibungsrunden sicherzustellen. Zwar hat die Bundesregierung im fehlerhaften Ausschreibungsdesign EEG 2017 nachgesteuert und die BImSchG-Genehmigung als einheitliche Grundlage für die Teilnahme an den Ausschreibungen der nächsten Jahre festgeschrieben. Allerdings herrscht durch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Umsetzung der im Koalitionsvertrag versprochenen energiepolitischen Reformen, in der Windenergiebranche weiter erhebliche Unsicherheit. Zeit- und Mengengerüst sind weder für die vereinbarten Sonderausschreibungen noch zur Erreichung des 2030er-Ziels für den Ausbau der Erneuerbaren Energien erkennbar.

Rasches politisches Handeln erforderlich

„Dass für 2018 und 2019 ein ausreichendes Volumen an geeigneten Projekten möglich ist, hat enervis energy advisors GmbH (enervis) in einer Studie im Auftrag des BWE nachgewiesen“, mahnt Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie (BWE). Das politische Verwirrspiel um die Sonderausschreibungen müsse beendet und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, damit das mögliche Volumen genutzt werden könne. CDU/CSU und SPD seien aufgefordert die Zusagen aus dem Koalitionsvertrag schnellstens umzusetzen. Der Fadenriss beim Zubau für 2019 sei kaum noch aufzuhalten. Für 2020 könne durch rasches politisches Handeln Schlimmeres noch verhindert werden. Nur so lasse sich der Beschäftigungsabbau stoppen und das Knowhow der Branche sichern. Die Lage sei sehr ernst“.

Der durchschnittlich Zuschlagswert der Ausschreibungsrunde liegt bei 6,16 Cent/kWh. Hinsichtlich der regionalen Verteilung der Zuschläge ist Brandenburg (23 Zuschläge) an der Spitze, gefolgt von Schleswig-Holstein (16 Zuschläge) und Nordrhein-Westfalen (12 Zuschläge). Der Süden Deutschlands schnitt in der 3. Ausschreibungsrunde 2018 mit 6 Zuschlägen für Baden-Württemberg, drei Zuschlägen für Bayern, besser ab als in den vorhergegangen Runden. Insgesamt gingen 23 Prozent der Zuschläge südlich der sogenannten „Mainlinie“. Damit die verbrauchsstarken südlichen Bundesländer noch stärker am Zubau teilhaben können, sind vor allem flankierende Signale aus den Landesparlamenten gefragt. Ohne die Bereitschaft neue Flächen auszuweisen, wird der deutschlandweite der Windenergie nicht vorankommen. (ig)

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