Geschäftsmodell unter Druck

Autobauer müssen Tempo machen

Das klassische Geschäftsmodell der Autobauer gerät unter Druck. Ambitionierte Klimaziele oder Dieselfahrverbote erfordern effizientere Mobilitätslösungen vor allem in der Stadt. Bild: Volkswagen
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Carsharing, Fahrdienst-Apps, autonome Taxis: Autohersteller müssen ihre Mobilitätsangebote schneller als bisher ausbauen. Sonst laufen sie Gefahr, aus diesen lukrativen Wachstumsmärkten verdrängt zu werden. Mittelfristig werden sich Mobilitätsdienste als gleichrangige Umsatzsäule neben dem klassischen Autoverkauf etablieren. Die Verbraucher zeigen sich offen: Jeder zweite Deutsche interessiert sich für Mobilitätsdienste rund um das Automobil, jeder fünfte nutzt sie schon regelmäßig. Das zeigt eine aktuelle Befragung von Oliver Wyman.

Das klassische Geschäftsmodell der Autobauer gerät unter Druck. Ambitionierte Klimaziele oder Dieselfahrverbote erfordern effizientere Mobilitätslösungen vor allem in der Stadt. Zudem verliert der Besitz eines eigenen Autos für immer mehr Menschen an Bedeutung. Wie stark der Bedarf an neuen und flexiblen Mobilitätsangeboten wächst, zeigt eine aktuelle Online-Erhebung der Strategieberatung Oliver Wyman. Danach interessieren sich 54 Prozent der 400 Befragten in Deutschland für moderne Mobilitätsdienste und 20 Prozent nutzen sie bereits mindestens zwei bis drei Mal pro Monat.

„Zwar werden die Autohersteller bis 2030 noch den Großteil ihres Geschäfts mit dem klassischen Fahrzeugverkauf machen“, erklärt August Joas, Leiter der Automotive Practice von Oliver Wyman.  „Dennoch müssen sie jetzt Tempo machen beim Ausbau der Mobilitätsdienste, um ihre Marktposition frühzeitig zu sichern.“ Noch biete kein Hersteller ein flächendeckendes Angebot. „Und auch die vielfach gewünschte Kombination von individueller Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert selten.“

Mobilität wird zur nächsten Baureihe

Selbstfahrende Autos haben laut Oliver Wyman-Umfrage eine beträchtliche Akzeptanz. 22 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, bis 2030 ein autonomes Fahrzeug zu nutzen oder zu besitzen. „Autonome Fahrzeuge werden die Mobilität massiv verändern, weil damit einzelne Angebote wie Taxifahrten und Carsharing zusammenwachsen und durch fahrerlose Dienste ersetzt werden“, beschreibt Juergen Reiner, Partner im Automotive-Team von Oliver Wyman. Den Markt sollten Fahrzeughersteller gezielter bedienen, so Reiner. „Die Autobauer müssen einen eigenen Vertrieb für ihre Mobilitätsdienste aufbauen, um das wachsende Marktpotenzial zu nutzen – als eine zweite Säule des Geschäfts neben dem Fahrzeugverkauf. Vor allem müssen sie in Technik und Personal investieren, um ein reibungsloses Funktionieren der Dienste sicherzustellen.“

Angesichts aggressiver Wettbewerber aus anderen Branchen, allen voran globale Konzerne und Start-ups aus dem Technologiesektor, sollten Autohersteller neue Dienste zügig ausrollen, erläutert Reiner: „Ein Unternehmen, das in einzelnen Städten flächendeckend präsent ist, muss zwar zunächst hohe Investitionen stemmen. Doch wer zu spät einsteigt, hat kaum Chancen, sich dann noch gegen die Platzhirsche durchzusetzen.“

Positive Wahrnehmung nutzen

Die Verbraucher trauen den Autoherstellern den Erfolg bei neuen Mobilitätsdiensten offenbar zu. Über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) haben positive Assoziationen und bewerten sie als kundenorientiert, digital fortschrittlich oder umweltbewusst. „Automobilhersteller können ihre positive Wahrnehmung nutzen“, glaubt Joas. „Sie sollten neben zeitgemäßen Autos mehr innovative Mobilität anbieten, um erfolgreich zu bleiben.“ (ig)

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