Beliebtes Bayern

Arbeitsmarkt

Bayern beliebtestes Bundesland für Jobsuchende – Berliner am mobilsten

Bayern und insbesondere München üben auf deutsche Arbeitnehmer eine große Anziehungskraft aus. Bild: Muenchen.de
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Zumindest wenn es um den Job geht, steht Bayern in der Gunst der Deutschen ganz oben: Für fast jeden vierten Bundesbürger (23 Prozent) käme das Bundesland auf der Suche nach einer neuen Stelle am ehesten in Frage. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Jobstudie von Ernest & Young für die 1.400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

Nach Bayern sind Hamburg und Baden-Württemberg die beliebtesten Ziele für wechselwillige Arbeitnehmer – jeweils 13 Prozent würden sich am ehesten für diese Bundesländer entscheiden. Nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zieht es jeweils elf Prozent. Für Berlin würden sich nur neun Prozent entscheiden. Ostdeutsche Bundesländer sind als Arbeitsorte für die meisten Befragten dagegen uninteressant. Das beliebteste ostdeutsche Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern, für das sich sechs Prozent entscheiden würden.

Die Umzugsbereitschaft ist unter Berliner Arbeitnehmern am größten: 45 Prozent von ihnen würden für einen neuen Job umziehen – in keinem anderen Bundesland ist die Bereitschaft für einen Umzug so groß. Neben Berlin ist die Mobilität insbesondere in den großen, westlichen Flächenländern besonders ausgeprägt: 28 Prozent der Niedersachsen und 27 Prozent der Rheinland-Pfälzer würden für eine neue attraktive Stelle umziehen. Auch 24 Prozent der Nordrhein-Westfalen wären bereit, den Wohnort zu wechseln.

Hamburg mit interessantem Mix

„Die beiden wirtschaftsstarken Südländer Bayern und Baden-Württemberg stehen in der Beliebtheit der Arbeitnehmer ganz oben“, kommentiert Ulrike Hasbargen, Partnerin bei EY, die Ergebnisse. „In beiden Ländern ist die Arbeitslosigkeit extrem niedrig und die Unternehmen locken Fachkräfte mit hohen Gehältern und attraktiven Arbeitsbedingungen“. Auch Hamburg habe es geschafft, einen interessanten Wirtschaftsmix aus Handel, Industrie- und Logistikunternehmen sowie innovativen Start-ups auf die Beine zu stellen. Die Bezahlung in der Hansestadt falle zudem oft höher aus als in den anderen Stadtstaaten, zudem punkte Hamburg mit seiner Lage am Wasser und einem allgemein hohen Lebensstandard.

Gerade in den anderen beiden Stadtstaaten Bremen und Berlin ist die Wechselbereitschaft am größten. 15 Prozent der Bremer und 13 Prozent der Berliner suchen nach den Ergebnissen der Studie aktuell nach einem neuen Arbeitgeber. Deutschlandweit versuchen derzeit acht Prozent, den Arbeitgeber zu wechseln.

Auffallend ist, dass die Zufriedenheit und Motivation nicht etwa in den wirtschaftsstarken Bundesländern Bayern oder Baden-Württemberg am höchsten sind. Gerade in den ostdeutschen Bundesländern sind die Arbeitnehmer überdurchschnittlich zufrieden und motiviert. Während sich im Osten 73 Prozent als zufrieden bezeichnen, sagen das nur 67 Prozent der Arbeitnehmer im Westen von sich. Und als hochmotiviert schätzen sich im Osten 44 Prozent ein, während es im Westen nur 41 Prozent sind.

Arbeitnehmer in Deutschland grundsätzlich sehr zufrieden und motiviert

Führend ist hier Thüringen, wo sich 53 Prozent als hochmotiviert einschätzen und 79 Prozent als zufrieden mit ihrer Arbeit. Allerdings käme nur für drei Prozent der Befragten bundesweit in Frage, nach Thüringen zu ziehen. Auch das Saarland schneidet besonders gut ab und landet in beiden Kategorien in der Spitzengruppe: 52 Prozent dort bezeichnen sich als hochmotiviert, 78 Prozent als zufrieden.

Ausgerechnet die Arbeitnehmer im für Wechselwillige so beliebten Hamburg sind unterdurchschnittlich motiviert und unterdurchschnittlich zufrieden bei der Arbeit. 32 Prozent der Befragten aus der Hansestadt bezeichnen sich als hochmotiviert, 64 Prozent als zufrieden. In beiden Kategorien gibt es jeweils nur ein Bundesland, das schlechter abschneidet: 31 Prozent der Bremer geben an, hochmotiviert zu sein und 62 Prozent der Nordrhein-Westfalen sind nach eigenen Angaben zufrieden mit ihrer Arbeit.

„Die Arbeitnehmer in Deutschland sind grundsätzlich sehr zufrieden und motiviert“, fasst Ulrike Hasbargen zusammen. Dennoch gebe es einen Teil der wechselwillig sei und in der derzeitigen konjunkturellen Hochphase relativ wenig Probleme haben werde, einen neuen Arbeitgeber zu finden. Unternehmen sollten deshalb durch ein professionelles und modernes Personalwesen ein Gespür für die Belegschaft entwickeln und selbst aktiv dafür sorgen, dass die Mitarbeiter eine Perspektive in der Firma sehen. „Dazu gehören heute selbstverständlich Aufstiegsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten für Eltern, Fort- und Weiterbildungsangebote sowie die Förderung von Frauen“, sagt Hasbargen abschließend. (ig)

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