Innovationen

Deutsche Unternehmen büßen Plätze ein

Waren 2017 noch vier deutsche Unternehmen (Bayer, BMW, Daimler und BASF) unter den Top 20, erreicht in diesem Jahr der Technologiekonzern Siemens mit Rang 21 die beste deutsche Platzierung. Bild: 21research.de
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Topmanager weltweit halten deutsche Firmen im Durchschnitt für weniger innovativ als im vergangenen Jahr. So verliert Deutschland im globalen Ranking der 50 innovativsten Firmen weltweit mehrheitlich Plätze. Einzige Aufsteiger sind in diesem Jahr der Technologiekonzern Siemens (Platz 21), der 24 Ränge gewinnt, und das Versicherungsunternehmen Allianz, das von Platz 33 auf 30 aufsteigt. Insgesamt schaffen es mit den Neueinsteigern Adidas (Platz 35) und SAP (Platz 42) acht deutsche Firmen in die Rangliste, zwei Unternehmen mehr als noch im Jahr zuvor.

Für die Studie „The Most Innovative Companies 2018 – Innovators go all in on Digital“ der Boston Consulting Group (BCG) wurden über 1000 Topmanager befragt, welche Firmen sie als besonders fortschrittlich bewerten, und ob sie ihre eigenen Firmen als Vorreiter oder Nachzügler in Sachen Innovation einordnen. Die Befragung fand zum zwölften Mal in Folge statt. Der Technologiekonzern Apple (Platz 1) und der Suchmaschinenbetreiber Google (Platz 2) behaupten gegenüber dem Vorjahr erneut ihre Spitzenränge. Softwarehersteller Microsoft verdrängt den Elektromobilhersteller Tesla von Platz 3 auf Platz 6. Mit Alibaba (Platz 10) und Uber (Platz 9) ziehen zwei neue Digitalkonzerne in die Top Ten ein. Damit entfallen sieben der zehn besten Ränge auf digitale Player.

„Ging es früher um Produkte, stehen heute Daten und Technologie im Fokus der Unternehmen“, kommentiert BCG-Deutschlandchef Carsten Kratz. „Ob Firmen heute innovativ und erfolgreich sind, hängt davon ab, ob sie in unserer digitalen Welt die Daten, die ihnen zur Verfügung stehen, gut analysieren und nutzen – und gleichzeitig verantwortungsbewusst damit umgehen.“ So hätten die zehn besten Firmen gemeinsam, dass sie das Potenzial von Data Analytics frühzeitig erkannt hätten.

Deutsche Unternehmen verlieren mehrheitlich

Waren 2017 noch vier deutsche Unternehmen (Bayer, BMW, Daimler und BASF) unter den Top 20, erreicht in diesem Jahr der Technologiekonzern Siemens mit Rang 21 die beste deutsche Platzierung. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen büßen in diesem Jahr jedoch Ränge ein: Der Chemiekonzern BASF (Platz 23) verliert im Vergleich zum Vorjahr drei Plätze, Chemie- und Pharmakonzern Bayer (Platz 27) rutscht um 16 Plätze ab. Unter den deutschen Automobilherstellern verliert Daimler im Ranking 17 Plätze und BMW liegt auf Rang 36 (zuvor Platz 14). „Die deutschen Autokonzerne müssen ihre starken Konzepte zu elektrischer und autonomer Mobilität, die sie in den vergangenen Jahren entwickelt haben, jetzt umsetzen“, fordert Kratz. „Unternehmen und Staat haben die Chance, gemeinsam die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und wieder führend auf dem Gebiet der Innovationen zu werden.“

Daten entscheiden über Zukunftsfähigkeit

Wie die BCG-Studie zeigt, konzentrieren sich die Top-50-Unternehmen besonders auf den schnellen Einsatz neuer Technologien, auf mobile Produkte und Services und digitale Produktentwicklung. Am stärksten setzen sie jedoch auf Big-Data-Analyse. Vor allem Firmen aus dem Energie-, Medien-, Unterhaltungs- und Finanzsektor geben in der Befragung an, Strategien zur umfangreichen Datenanalyse zu verfolgen. „Die Wertschöpfung gelingt, wenn Unternehmen auch zu Experten in einer datengetriebenen Welt werden – und dazu aktiv neue Technologien vorantreiben“, erläutert Carsten Kratz. Zahlreiche Industriekonzerne nutzten etwa das Internet of Things, um ihre Maschinen miteinander zu vernetzen. Aus den gesammelten Daten ließen sich Informationen ableiten, die Menschen so einfach nicht erkennen können und die ihnen helfen würden, vorausschauende Entscheidungen zu treffen und Prozesse zu optimieren.

Mehr als 80 Prozent der Firmen, die sich selbst als Innovationsführer einschätzen, sind überzeugt, dass digitalisierte Prozesse ihr Unternehmen vorangetrieben haben. Digitalen Vordenkern ist nach eigenen Angaben vor allem Schnelligkeit bei der Umsetzung neuer Technologien wichtig. Sie sind eher dazu bereit, unternehmerische Risiken einzugehen als von Wettbewerbern überholt zu werden. Laut der BCG-Untersuchung arbeiten Innovationsführer deutlich intensiver mit Big Data-Analyse als digitale Nachzügler. Drei Viertel der Vorreiter geben an, neue Projekte oder Wachstumsideen mit Hilfe von Datenbanken und Social Media zu generieren.

„Um in einer digitalen Welt erfolgreich zu sein, braucht es eine Veränderung der Unternehmensorganisation“, ist Studienautor und BCG-Partner Florian Grassl überzeugt. „Flache Hierarchien und eine offene Innovationskultur führen zu mehr Kreativität und einer schnelleren Anpassung an einen sich ständig wandelnden Markt.“ (ig)

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