Deutscher Mittelstand wünscht sich von Anbietern digitale Stromangebote

Energieversorgung

Deutscher Mittelstand wünscht sich von Anbietern digitale Stromangebote

Innerhalb der kommenden fünf Jahre erwarten kleine und mittelständische Unternehmen im deutschen Markt mehr als die gängigen Standardprodukte von ihren Energieversorgern. Bild: Hocktec
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Energieversorgern in Europa entgeht im Umgang mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ohne entsprechendes digitales Neudenken in den nächsten fünf Jahren ein erhebliches Geschäftspotenzial. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie „New Energy Consumer Research“ des Beratungsunternehmens Accenture. Obwohl bei bestehenden Geschäftskunden aus diesem Segment ein hohes Interesse besteht, versäumen Energieversorger es, digitale Angebote und die gewünschte Produktauswahl anzubieten. Dadurch verspielen sie nicht nur die Möglichkeit zur Kosteneinsparung, sondern lassen auch neue Einnahmequellen sowie positive Abstrahleffekte auf das Privatkundengeschäft liegen.


Innerhalb der kommenden fünf Jahre erwarten kleine und mittelständische Unternehmen im deutschen Markt mehr als die gängigen Standardprodukte von ihren Energieversorgern. Mehr als jeder Dritte der befragten Entscheider aus diesem Segment (37 Prozent) erhofft sich zukünftig Produkte und Dienstleistungen, die bei der Optimierung des Energieverbrauches helfen und Schnittstellen zu weiteren Energieversorgern bieten. Weitere 35 Prozent der Befragten wünschen sich sogar einen Full-Service-Energieanbieter mit einem Produktportfolio entlang der gesamten Wertschöpfungskette inklusive eines passenden Produkt- und Dienstleistungsangebots.

Auf Basis dieser Entwicklungen erwarten kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland eine stärkere Ausrichtung der Energieanbieter auf die individuellen Anforderungen dieses Geschäftskundensegments. Ihnen ist es vor allem wichtig, Produkte und Services zu erhalten, die auf die eigenen Geschäftsbedürfnisse angepasst sind (46 Prozent), eine nahtlose Customer Experience im Kontakt mit ihren Energieversorgern (43 Prozent) bieten und eine einfache Steuerung des eigenen Energieverbrauchs über digitale Tools ermöglichen (33 Prozent).

„Die Veränderungen im Energiemarkt sind enorm, eine zunehmende Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Kunden essenziell“, weiß Tobias Gehlhaar, Leiter des Bereichs Energieversorgung bei Accenture. „Das KMU-Segment neigt dazu, bei Energieversorgern gegenüber den Privatkunden zurückgesetzt zu werden, wenn es um Digitalisierung geht. Es bietet diesen aber einen erheblichen Mehrwert, um digitale Kanäle in einem neuen Energieökosystem zu realisieren. Im Wettlauf um die Zufriedenheit der Kunden spielen digitale Lösungen im sich ändernden Produktportfolio der Energieversorger auch hier eine entscheidende Rolle.“

Von Solar-Sharing bis Cross-Selling

Versäumen Energieanbieter es, ihr Portfolio in dieser Hinsicht zu erneuern, wäre das für 94 Prozent der befragten KMUs in Deutschland Grund genug, den jetzigen Energieversorger gegen einen Anbieter zu wechseln, der ihnen maßgeschneiderte Stromangebote und damit verbundene Produkte anbieten könnte. „Kleine und mittelständische Unternehmen verstehen zunehmend, welchen Stellenwert die Digitalisierung für die eigenen Geschäftsprozesse hat“, fasst Gehlhaar zusammen. „In der Folge suchen sie nach passenden Partnern, die in der Zusammenarbeit einen Mehrwert bieten.“

Tatsächlich können aus einer starken digitalen Basis heraus für Energieversorger und deren Geschäftskunden weitere Kooperationsmöglichkeiten entstehen. So gaben weltweit 43 Prozent der KMUs an, an Solarstrom-Sharing-Programmen interessiert zu sein, bei denen sie mit dem Energieversorger zusammenarbeiten würden, um Solarmodule auf ihren Geschäftsräumen im Austausch für einen kommerziellen Anreiz zu installieren. Fast ebenso viele (42 Prozent) wären daran interessiert, durch eine Zusammenarbeit neue energiebezogene Produkte und Dienstleistungen über ihr Geschäft anzubieten, um neue Umsatzmöglichkeiten zu generieren.

Die mögliche Innovationskraft aus dem Geschäftskundensegment kann für Energieversorger in der Folge auch positive Abstrahleffekte haben. Die Mehrheit (84 Prozent) der befragten KMUs, die den Wunsch geäußert haben, mit ihren Energieversorgern im Rahmen digitaler Programme zusammenarbeiten, würden diesen weiterempfehlen. 82 Prozent auch an potenzielle Energiekonsumenten aus dem Privatkundenumfeld.

Über die Studie

Im Rahmen des fortlaufenden Research-Programms „New Energy Consumer“ befragte Accenture 3.753 kleine und mittlere Unternehmen in 14 Ländern und der Metropolregion Hongkong zum, im jeweiligen Land entweder regulierten oder liberalisierten, Energiemarkt: Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Malaysia, Niederlande, Spanien, Schweden, Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Die Umfrage wurde im März 2018 online durchgeführt. (ig)

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