Datenbasierte Lösungen

Die Digitalisierung des Automotive Aftermarket

Die Vernetzung und neue datenbasierte Lösungen haben das Potenzial, die Abläufe in der Werkstatt zu optimieren und in den Betrieben wertvolle Zeit zu sparen. BIld. Bosch
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Ob Vernetzung, Automatisierung, optimierte Antriebssysteme oder elektrifizierte Mobilität: Der Automotive Aftermarket von Bosch übernimmt eine führende Rolle beim bevorstehenden Wandel der Automobilbranche. „Bosch setzt verstärkt auf vernetzte und datenbasierte Lösungen. Damit lassen sich viele Prozesse schon heute deutlich schneller und effizienter gestalten“, kommentiert Manfred Baden, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Automotive Aftermarket.

Bis 2025 werden laut Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC mehr als 470 Millionen vernetzte Fahrzeuge weltweit unterwegs sein. Dadurch wird auch der Markt für Angebote rund um Software und Datendienste im Aftermarket nochmals deutlich steigen und das künftige Wachstum der Branche weltweit mitbestimmen. „Bosch Automotive Aftermarket will auch 2018 weiterwachsen. Mit innovativen Konzepten für die effektive und effiziente Wartung und Reparatur über den gesamten Produktlebenszyklus sowie vernetzten Lösungen für Diagnose und Werkstattprozesse unterstützen wir unsere Partner sowohl beim aktuellen wie auch dem künftigen Fahrzeugbestand“, erläutert Baden.

Die Vernetzung und neue datenbasierte Lösungen haben das Potenzial, die Abläufe in der Werkstatt zu optimieren und in den Betrieben wertvolle Zeit zu sparen. Zum Beispiel vermeidet die Werkstattsoftware Bosch Connected Repair zeitraubende Doppelarbeit. Denn damit stehen bei der Reparatur Fahrzeugdaten nach der einmaligen Anmeldung an allen PC-gestützten Systemen zur Verfügung. Dank Augmented Reality gehen den Werkstattmitarbeitern zukünftig auch komplexe Reparaturarbeiten leichter von der Hand. Auch das spart Zeit – im Durchschnitt rund 15 Prozent. Für diesen neuen Ansatz im Bereich Werkstatt-Trainings erhielt Bosch in diesem Jahr den Automechanika Innovation Award.

Dank Vernetzung Doppelarbeit vermeiden

Bosch Connected Repair ist die Basis für eine intelligente Vernetzung von Diagnose-Hardware in der Werkstatt. Sie verbindet Fahrzeugannahme, Fahrzeuginformationen und Testgeräte und schafft eine gemeinsame Datenbasis, die auf alle angeschlossenen Geräte kabellos übertragen wird. Das bedeutet: Es reicht aus, das Fahrzeug einmalig zu identifizieren und nicht wie früher an jedem Gerät separat neu anzumelden. Für die Werkstatt ergibt sich hieraus eine Zeitersparnis von bis zu zehn Minuten pro Fahrzeug im Vergleich zu Service und Wartung mit Bosch-Produkten ohne Connected Repair. Prüfprotokolle, Kommentare und Bilder werden zudem direkt in einer digitalen Arbeitskarte gespeichert und sind jederzeit abrufbar. Alle Mitarbeiter haben somit einen einfachen Zugriff auf die digitale Arbeitskarte und den Fahrzeugstatus.

Mit kollektiver Intelligenz zur besten Reparaturlösung

Neben der intelligenten Vernetzung der Diagnose-Hardware arbeitet Bosch Automotive Aftermarket auch an der Weiterentwicklung etablierter Softwarelösungen. Die neue Software-Version Esitronic 2.0 ermöglicht den Werkstätten beispielsweise optimierte Reparatur- und Diagnoseprozesse, verkürzte Fahrzeugdurchläufe und kontinuierliche Online-Updates. Zudem ist sie sowohl online als auch offline nutzbar. Durch eine Freitextsuche und eine Dokumenten-Vorschau findet der Nutzer alle benötigten Informationen einfach und schnell mit nur wenigen Klicks.

Einen weiteren Vorteil bietet eine Funktion, die Bosch „Erfahrungsbasierte Reparatur“ nennt. Das Prinzip dahinter ist kollektive Intelligenz. In einer Datenbank hat Bosch mehr als 750 000 Anwendungsfälle aus dem Werkstattalltag zusammengetragen. Erkennt die Diagnose einen bekannten Fehler, empfiehlt sie automatisch einen von Bosch-Experten erstellten Reparaturansatz, der von anderen Benutzern bereits als gute Lösung bewertet worden ist. Dank optimierter Ladezeiten stehen die gesuchten Informationen mit der Version 2.0 jetzt noch schneller zur Verfügung. Selbst in Regionen mit geringer Internet-Bandbreite ist Esitronic 2.0 online komfortabel einsetzbar. Alle bisherigen Abonnenten erhalten die neue Version der Online-Software als kostenloses Update.

Kompakt und vielseitig: Diagnosetester KTS 250

Die Esitronic ist zudem das Herzstück des neuen kompakten Diagnosetesters KTS 250, den Bosch auf der Automechanika erstmals präsentiert. Er eignet sich für kleinere Werkstätten oder als zusätzliches mobiles Gerät in größeren Betrieben. Der Anwender wird durch eine intuitive Bedienoberfläche auf Android-Basis unterstützt. Der KTS 250 bietet eine umfangreiche Fahrzeugabdeckung von rund 150 Pkw-Marken. Er ist zukunftssicher durch die bereits integrierte DoIP Ethernet-Schnittstelle und verfügt über eine automatische Fahrzeugidentifikation, unterstützt durch eine erstklassige VIN-Datenbasis.

Kurze Rüstzeiten bei Kalibrierung von Kameras und Sensoren

Immer mehr Fahrzeuge haben heute Fahrerassistenzsysteme an Bord. Muss beispielsweise der Videosensor beim Austausch einer Frontscheibe neu kalibriert werden, hat Bosch hierfür eine Lösung aus Hard- und Software entwickelt. Mit dem ADAS-Kalibriersystem von Bosch – ADAS steht dabei für Advanced Driver Assistance Systems – lassen sich die erforderlichen Arbeiten an Radar- und Videosensoren schnell und exakt durchführen. Gesteuert werden die fahrzeugspezifischen Kalibrier- und Justageabläufe von der Software Esitronic. Das ADAS-Kalibriersystem ist ein weiteres Beispiel dafür, wie komplexe Systeme im Fahrzeug mit innovativen Lösungen effizient geprüft, montiert und gewartet werden können.

Effizienter durch den Einsatz von Augmented Reality

Neue innovative Wege geht Bosch auch beim Einsatz von Augmented Reality (AR) bei der Schulung von Werkstattmitarbeitern und ist hierfür von der Messe Frankfurt mit dem Innovation Award 2018 der Automechanika ausgezeichnet worden. Bosch hat als Pionier bereits 2014 die Vision einer vernetzten Werkstatt skizziert und seinerzeit erstmals die Vorteile von AR aufgezeigt. Im Rahmen einer Feldstudie in Bosch Car Service Betrieben wurde der Nutzen von der Technologie konkret ermittelt: Das Ergebnis zeigt, dass mit AR-Anwendungen selbst bei einem gängigen Fahrzeug und wenig komplexen Reparaturarbeiten bereits eine Zeitersparnis von durchschnittlich 15 Prozent möglich ist. So findet der Mechatroniker beispielsweise schnell die Lage versteckter Bauteile und erhält passend zum Realbild Arbeitsanleitungen oder Hinweise für benötigte Spezialwerkzeuge.

Auf Basis von AR hat Bosch bis heute zahlreiche neue Trainingsmethoden entwickelt, mit denen Werkstattmitarbeiter für komplexe Systeme geschult werden können, beispielsweise auch im Bereich Elektromobilität. Mit Hilfe von AR werden unter anderem die Unterschiede zwischen Hybrid- und vollelektrischen Fahrzeugen, die Funktionen und Eigenschaften verschiedener Hochvolt-Komponenten sowie Strategien zur Fehlerbehebung vermittelt.

Umfassende Teileversorgung

Neben den Neuentwicklungen hat bei Bosch Automotive Aftermarket aber auch das klassische Ersatzteilgeschäft fortwährend große Bedeutung. Vom Neuteil über Serien-instandgesetzte Austauschteile bis hin zur Reparaturlösung liefert Bosch das passende Ersatzteil für nahezu jeden Fahrzeugtyp. Dabei profitieren Werkstätten von einer hohen Kompetenz, die auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Erstausrüstung gründet. Das bedeutet, jedes Teil überzeugt durch ausgezeichnete Funktionalität und ist optimal auf das Zusammenspiel mit den anderen technischen Komponenten im Fahrzeug abgestimmt.

Gute Beispiele sind die Bosch-Scheibenwischer, die 99 Prozent des Marktes abdecken – vom neusten Pkw-Modell über Nutzfahrzeuge bis zu Oldtimern. Eine Scheibenwischer-App von Bosch erleichtert zudem die Suche nach dem passenden Wischer für jedes Fahrzeug. (ig)

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