Gegen den Kostendruck

Diesel sparen – dank Echtzeitdaten

eschätzt rund 830 Millionen Liter Diesel oder umgerechnet über eine Milliarde Euro konnten Lkw mit dem statischen eHorizon von Continental seit 2012 einsparen. Bild: Continental
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Mit dem dynamischen eHorizon versetzt das Technologieunternehmen Continental Fahrer von Nutzfahrzeugen zukünftig in die Lage, ihre Fahrstrategie anhand von Echtzeitdaten zur Verkehrslage aus der Cloud zu optimieren. Dadurch können sie auch bei zähfließendem Verkehr Kraftstoff sparen – noch einmal bis zu zwei Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell, dem statischen eHorizon.

Der Testbetrieb des Sensorsystems ist bereits gestartet. Steigende Güterverkehrsaufkommen und zunehmender Personenverkehr sorgen für immer dichteren Verkehr auf den Straßen. Prognosen sagen etwa für die Entwicklung der Verkehrsleistung bis 2030 in Deutschland, durch das sehr viele transeuropäische Güterverkehrsrouten führen, gegenüber 2010 einen Zuwachs um knapp 13 Prozent beim Individualverkehr und fast 40 Prozent beim Güterverkehr voraus*. Für Speditionen und Transportunternehmen verschärft dies den ohnehin hohen Kostendruck. Schließlich ist nur ein flüssiges auch ein sparsames Fahren.

Vorgänger statischer eHorizon hat schon eine Milliarde Euro Kraftstoffkosten gespart

Geschätzt rund 830 Millionen Liter Diesel oder umgerechnet über eine Milliarde Euro konnten Lkw mit dem statischen eHorizon von Continental seit 2012 einsparen. In der dynamischen Variante, das zeigen umfangreiche Simulationen, sind zukünftig noch einmal bis zu zwei Prozent mehr Kraftstoffersparnis gegenüber der aktuell in Serie befindlichen Technologie möglich. „Der dynamische eHorizon läutet eine neue Ära in der Steuerung von Fahrzeugsystemen ein, weil er Ereignisse berücksichtigt, die gerade erst dort stattfinden, wo sich das Fahrzeug auf seiner Route hinbewegt“, erklärt Dr. Michael Ruf, Leiter des Geschäftsbereiches Commercial Vehicles & Aftermarket bei Continental. „Damit trägt die Technologie maßgeblich zu mehr Effizienz von Nutzfahrzeugen bei und schafft zudem eine wichtige Basis für das automatisierte Fahren.“

Wichtige Basis für das automatisierte Fahren

Der dynamische eHorizon ist die nächste Generation des elektronischen Horizonts. Bereits heute liefert der statische eHorizon von Continental basierend auf hochpräzisen topografischen Streckendaten und einem GPS-Signal Informationen über die Beschaffenheit der vorausliegenden Strecke an die Steuergeräte im Fahrzeug. Diese adaptieren dann automatisch Fahrweise und Geschwindigkeit. Mit dem dynamischen eHorizon sind nun noch mehr Daten dank Echtzeitinformationen zur Verkehrslage verfügbar. So ermöglicht das weiterentwickelte System zusätzliche Einsparpotenziale und mehr Sicherheit, da das Fahrverhalten frühzeitig an die aktuelle Verkehrssituation angepasst werden kann.

Lkw können kilometerweit vorausblicken

Die Echtzeitdaten zum Verkehrsfluss werden auf 250 Meter genau ermittelt und alle 60 Sekunden aktualisiert. In naher Zukunft wird die Genauigkeit des Systems noch weiter erhöht. Continental führt die Daten auf dem eigenen Backend mit den Streckendaten zusammen und sendet sie über das Mobilfunknetz an das Steuergerät des dynamischen eHorizon. Auf diese Weise können Fahrzeuge kilometerweit vorausblicken. Entscheidend für das Erkennen sind die ermittelten Bewegungsdaten der vorausfahrenden Fahrzeuge: Das System gleicht die gefahrene Geschwindigkeit mit den Geschwindigkeiten der Fahrzeuge vor ihm ab. Der dynamische eHorizon verteilt dann die Verkehrsdaten der nächsten Kilometer an die Steuergeräte des Antriebsstranges. Erkennt das System zähfließenden Verkehr oder Stau, löst diese (nach Befehl des Fahrers) auf Basis prädiktiver Algorithmen ein Ausrollen, Abbremsen oder Herunterschalten ein.

Der Fahrer wird über ein blau blinkendes Leuchtband in der Kabine sowie ein Symbol im Display informiert, dass ein Fahren im Leerlauf vorteilhaft ist. Sobald er den Fuß vom Gas nimmt, startet der sogenannte EcoCoasting-Modus. Ist dieser aktiviert, leuchtet das Band dauerhaft blau. Betätigt der Fahrer das Gas- oder Bremspedal, steuert er das Fahrzeug wieder selbstständig. Die frühzeitige Information spart nicht nur Kraftstoff, sie kann auch Unfälle verhindern, indem sie vor Gefahren wie dem Stauende hinter einer Kurve warnt. Bei der Entwicklung des Sensorsystems arbeitet Continental mit HERE Technologies zusammen, einem weltweiten Anbieter von digitalen Karten und standortbezogenen Diensten, der die Kartendaten liefert. Die Echtzeitdaten stammen von INRIX, einem der führenden Unternehmen für mobile Dienste rund um das Auto und die Datenanalyse im Verkehrswesen. (ig)

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