Strategien & Produkte

Digitalisierung auch in der Aufzugsbranche

Thyssen Krupp Elevator liefert eigene Aufzüge und übernimmt die markenunabhängige Wartung. Bild: Thyssen Krupp Elevator
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Angesichts der wachsenden Herausforderungen urbaner Mobilität sucht Thyssen Krupp nach neuen Möglichkeiten zur Servicebereitstellung in der Aufzugindustrie – einer 44 Milliarden US-Dollar schweren Branche, die täglich mehr als eine Milliarde Menschen befördert. Seit das Unternehmen 2015 in Zusammenarbeit mit Microsoft die erste Lösung für präventive Wartung für Aufzüge namens „MAX“ auf den Markt brachte, wurden mehr als 110.000 Aufzüge mit dem auf Microsoft Azure IoT-Diensten basierenden System vernetzt und dadurch die Ausfallzeiten bei 41.369 Kunden an 48.340 Standorten reduziert.

MAX sammelt und sendet Echtzeitdaten vom vernetzten Aufzug in die intelligente Cloud, wo dann die verbliebene Lebensdauer wichtiger Bauteile und Systeme berechnet wird, um festzustellen, welche Komponenten wartungsbedürftig sind. „Wir haben MAX entwickelt, weil wir wussten, dass die Aufzugwartung noch viel effektiver ablaufen konnte, als es in der Branche damals standardmäßig der Fall war“, erklärt Andreas Schierenbeck, CEO von Thyssen Krupp Elevator. Man sei sicher gewesen, dass sich die Ausfallzeiten in Höhe von geschätzt 190 Millionen Stunden pro Jahr erheblich reduzieren ließen, um so die Verfügbarkeit von mehr als 12 Millionen Aufzügen weltweit zu verbessern. Mittlerweile machten sich die ersten Vorteile von MAX bemerkbar: Die Ausfallzeiten bei den Kunden würden kürzer, der Wartungsaufwand für die Techniker geringer und in einigen Fällen könnten Probleme behoben werden, bevor die Kunden überhaupt Kenntnis davon erlangten. „Dank des maschinellen Lernens wird MAX uns immer vielfältigere und stärkere Vorteile bieten können“, ist Schierenbeck überzeugt.

End-to-End-Prozess für eine vorausschauende Wartung

Die über 110.000 vernetzten Einheiten decken rund zehn Prozent des globalen Wartungsportfolios von Thyssen Krupp ab. Nach Nordamerika und Europa ist nun auch Asien mit mehr als 8.000 Einheiten in Südkorea in das MAX-Netzwerk integriert worden. Man konzentriert sich jetzt darauf, den End-to-End-Prozess für eine vorausschauende Wartung zu implementieren, und plant gleichzeitig die Einführung in drei weiteren Ländern, nämlich China, Brasilien und Portugal. In Kürze soll MAX auch für Fahrtreppen und Aufzüge von Drittanbietern verfügbar sein, damit auch Kunden, die keine Aufzüge nutzen, von maximaler Verfügbarkeit profitieren können.

In Kombination mit MAX integriert Thyssen Krupp die Nutzung der Datenbrille HoloLens fest in seine Wartungsdienste. Die Techniker haben auf diese Weise bei ihrer Arbeit beide Hände frei, da sie die in Microsoft HoloLens integrierte Skype-App nutzen können, um sich per Remoteanruf Unterstützung von erfahreneren Kollegen zu holen. Diese können die Lösungen dann Schritt für Schritt mit ihnen durchgehen und ihnen nützliche Instruktionen für den Einsatzort geben.

Lieferroboter für innerstädtische Bereiche

Thyssen Krupp nutzt die Vorteile Cloud-gestützter Technologien auch zur Optimierung seiner Servicelogistik. Gemeinsam mit dem Schweizer Startup TeleRetail führt das Unternehmen erste Tests mit fahrerlosen Lieferrobotern durch, die Ersatzteile schneller, flexibler und umweltfreundlicher als bisher vom Lagerort zum Einsatzort bringen sollen. Die Lieferroboter sind nur 85 cm breit und können auf Gehwegen fahren, um so Verkehrsstaus zu umgehen. Sie können auch in innerstädtische Bereiche fahren, die für herkömmliche Transportfahrzeuge nicht zugänglich sind, und trotzdem bis zu 35 kg Nutzlast befördern. Darüber hinaus können über eine onlinebasierte Plattform für Logistikautomatisierung Informationen zum Lieferstatus abgerufen werden.

Markenübergreifender Serviceanbieter innerhalb der Branche

„Wir untersuchen modernste Technologien, weil wir glauben, dass die Effizienz im Servicegeschäft erheblich gesteigert werden kann“, erklärt Andreas Schierenbeck. Die Lieferung von Ersatzteilen an den Einsatzort sei ein sehr zeitintensives Unterfangen, das großen Verbesserungsbedarf aufweise. Indem man sich diese Innovationen zunutze mache, wolle man die Position als bester markenübergreifender Serviceanbieter innerhalb der Branche festigen. Von den mehr als 1,3 Millionen Einheiten, die von thyssenkrupp gewartet werden, stammen mehr als ein Drittel von Drittanbietern. (ig)

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