Abhängiger vom Ausland

Hersteller von Bergbaumaschinen rechnen mit mehr Umsatz

Bergbaumaschinen VDMA Umsatz
Die Exporterlöse werden sich im laufenden Jahr um 13 Prozent auf etwa drei Milliarden Euro erhöhen, lautet die VDMA-Prognose. Bild: Eickhoff
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Der Heimatmarkt Deutschland spielt für die Bergbaumaschinenhersteller nur noch eine untergeordnete Rolle. Für 2018 wird mit einer Verringerung des Gesamtumsatzes um 22 Prozent auf 90 Millionen Euro gerechnet. „Die wenig rohstoff-, und damit auch wenig bergbauaffine Politik lässt für das Inlandsgeschäft kaum Impulse erwarten, konstatiert Dr. Michael Schulte Strathaus, Vorsitzender des VDMA Mining. Deutschlands Bergbaumaschinenindustrie werde immer abhängiger vom Ausland.

Während hierzulande das letzte Steinkohlebergwerk geschlossen wurde, sei man in Polen dabei, die Steinkohlenförderung auszubauen, um sich so unabhängiger von Importen zu machen. Auch aus der Kali- und Salzindustrie erwarte man, wie Schulte Strathaus während der Jahrespressekonferenz seines Verbandes in Essen betont, kaum große Impulse. Für das kommende Jahr geht die Branche auf ihrem Heimatmarkt von weiter sinkenden, im günstigsten Fall stagnierenden Umsätzen aus.

13 Prozent mehr Umsatz im Export

Die Exporterlöse werden sich im laufenden Jahr um 13 Prozent auf etwa drei Milliarden Euro erhöhen, lautet die VDMA-Prognose. 25 Prozent der Ausfuhren gehen in die EU. 2017 waren es noch 31 Prozent. Größte Abnehmer sind Italien, Österreich, Polen, Frankreich und Belgien. Wie Schulte Strathaus erläutert, ist der Markt vor allem durch große Infrastrukturprojekte gekennzeichnet, die nach und nach auslaufen. Vollständigen Ersatz gebe es bisher nicht, sagte er. Der VDMA geht deshalb für 2019 von stagnierenden, allenfalls leicht steigenden Exporten in die EU-Länder aus.

Der Anteil der USA am Gesamtexportvolumen erhöht sich nach Berechnungen des VDMA von 15 Prozent im vergangenen Jahr auf jetzt 17 Prozent. Als Grund nennt Schulte Strathaus die unter US-Präsident Trump geänderte Energiepolitik. Restriktionen seien gelockert worden, was zu einem vermehrten Einsatz im Inland gewonnener Steinkohle geführt habe. Gefragt seien vor allem Maschinen, mit denen die Produktivität verbessert und somit die Gewinne gesteigert werden können. Und dies komme vor allem den deutschen Herstellern zugute. Die Branche geht für das kommende Jahr von einer weiteren moderaten Erhöhung der Ausfuhren in die USA aus.

Gute Geschäfte in China

Gute Geschäfte machen die deutschen Bergbaumaschinenhersteller auch in China. Der Exportanteil wird in diesem Jahr voraussichtlich von sieben auf knapp zehn Prozent steigen. Die politisch Verantwortlichen, so Schulte Strathaus, hätten eingesehen, dass sich die Einrichtung von Hochleistungsbergwerken allein mit heimischer Technik nur beschränkt realisieren lasse. Die deutschen Hersteller böten Techniken, die in China nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Allerdings unternehmen die Chinesen erhebliche Anstrengungen, noch vorhandene Technologielücken zu schließen. „Noch haben wir in der Gewinnungstechnik, vor allem im untertägigen Bergbau, einen Vorsprung. Wie lange wir den halten, ja vielleicht sogar ausbauen können, wissen wir nicht“, kommentiert Schulte Strathaus. Die Branche erwarte, dass ihre Exporte in die Volksrepublik im kommenden Jahr weiter steigen.

Die Zukunft der deutschen Bergbaumaschinenhersteller liege im Ausland, betonte Schulte Strathaus. Schon früh habe die Branche, unterstützt durch den VDMA, ihre Auslandsaktivitäten hochgefahren. Intensiv seien neue Märkte erkundet und erschlossen worden. Man blicke deshalb durchaus optimistisch in die Zukunft. Die Nachfrage nach Rohstoffen werde weiter steigen. Schulte Strathaus verweist auf eine Untersuchung der OECD, wonach sich der Rohstoffbedarf bis 2060 nahezu verdoppeln wird. Das werde sich positiv und auch nachhaltig auf das Geschäft auswirken. Eine stärkere Nachfrage wird vor allem von solchen Unternehmen erwartet, die Rohstoffe gewinnen, welche bei alternativen Formen der Energieerzeugung Verwendung finden.

Roadmap soll Betriebe unterstützen

Die deutschen Bergbaumaschinenhersteller werden sich in Zukunft stärker mit den Anforderungen auseinandersetzen, die die Gesellschaft an die Rohstoffgewinnung, und damit an die Bergbaubetreiber als Kunden der Maschinenhersteller, stellt. Als Stichworte nennt Schulte Strathaus Nachhaltigkeit, green mining, gesunde und sichere Arbeitsplätze. Zusammen mit dem VDMA wird derzeit eine Roadmap erarbeitet, die die Unternehmen unterstützen soll, die neuen Herausforderungen zu erkennen und marktgerecht und damit erfolgreich darauf zu reagieren. Es gelte, aus der Fülle schon heute gewonnener Maschinendaten die entscheidenden Parameter herauszufiltern und für die Steuerung der Maschinen, und damit letztlich auch für den Gesamtprozess, nutzbar zu machen. (ig)

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