Antriebstechnik und Fluidtechnik

Intelligent, vernetzt und kommunikativ in die Zukunft

Wie der gesamte Maschinen- und Anlagenbau stehen auch die Antriebstechnik und die Fluidtechnik vor einem tiefgreifenden und rasanten Wandel, angetrieben durch Trends wie Digitalisierung, Elektrifizierung, Autonomisierung und Dekarbonisierung. Bild: Fluid.de
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Antriebstechnik und Fluidtechnik sind wichtige Schlüsselindustrien im Maschinen- und Anlagenbau. Sie tragen mit intelligenten Produkten und Systemlösungen entscheidend zur globalen Wettbewerbsfähigkeit ihrer Kunden bei. Mit einem Umsatzvolumen von insgesamt mehr als 26 Milliarden Euro bilden die deutsche Antriebstechnik mit 18,2 Milliarden Euro und Fluid-technik mit 8,2 Milliarden Euro zusammen das größte Branchensegment innerhalb des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Das hohe Beschäftigtenniveau beider Branchen von insgesamt rund 130.000 Mitarbeitern konnte gehalten werden.

Lag der Welthandelsanteil der Antriebstechnik 2016 noch bei 20,5 Prozent, waren es für 2017 21,3 Prozent. Bei der Fluidtechnik stieg der Welthandelsanteil von 23,7 Prozent für 2016 auf 23,9 Prozent für 2017. Beide Branchen konnten ihre Spitzenstellung im Welthandel somit trotz der globalen Unsicherheiten weiter ausbauen.

Wachstum für 2018 und 2019

Die Antriebstechnik konnte das für 2018 prognostizierte Wachstum von 4 Prozent mit einer tatsächlichen Umsatzsteigerung auf sechs Prozent übertreffen. Die Fluidtechnik wuchs 2018 um insgesamt sieben Prozent. Trotz weiterhin bestehender Unwägbarkeiten (Brexit, internationale Handelskonflikte etc.) blicken die beiden Branchen verhalten optimistisch auf das Jahr 2019 und erwarten jeweils ein Wachstum von rund drei Prozent.

Herausforderungen und Chancen – technologische Trends

Wie der gesamte Maschinen- und Anlagenbau stehen auch die Antriebstechnik und die Fluidtechnik vor einem tiefgreifenden und rasanten Wandel, angetrieben durch Trends wie Digitalisierung, Elektrifizierung, Autonomisierung und Dekarbonisierung. „Diese langfristig angelegten Veränderungsprozesse werden die Antriebstechnik nachhaltig verändern und der Branche neue Geschäftsmodelle beziehungsweise Chancen eröffnen – nicht nur im Umfeld der mobilen Anwendungen. Lösungsansätze werden wir auf der kommenden IAMD anlässlich der Hannover Messe 2019 sehen.

Besonders im Servicebereich werden autonome Lösungsansätze zu Effizienzsteigerungen führen. Die deutsche Antriebstechnik hat mit ihrer Technologie- und Fertigungskompetenz eine hervorragende Startposition“, so Wilhelm Rehm, Vorsitzender des VDMA Fachverbandes Antriebstechnik und Mitglied des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG.

Ebenso zählen pneumatische und hydraulische Komponenten und Systemlösungen der Fluidtechnik zu den Kernbausteinen im stationären wie mobilen Maschinenbau. „Für Industrie-4.0-Anwendungen und Prozesse sind intelligente Komponenten und Systeme der Fluidtechnik wichtige Enabler für smarte und effiziente Produktionsprozesse, vernetzte Services und neue Geschäftsmodelle wie beispielsweise Predictive Maintenance“, erklärt Christian H. Kienzle, Vorsitzender des Vorstands des VDMA Fachverbandes Fluidtechnik und CEO der ARGO-HYTOS GmbH.

OPC UA – eine Sprache für die intelligente Produktion

Die Zulieferer der Antriebstechnik und Fluidtechnik liefern entscheidende Performance-Bausteine und Industrie-4.0-Komponenten der Industrial Intelligence. Kraft, Drehmoment und Intelligenz werden zum Dreiklang des „Made in Germany‘“, so Hartmut Rauen, Geschäftsführer der Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik und stellvertretender Hauptgeschäftsführer im VDMA.

„Die deutsche Industrie kann ihre Führungsrolle im Bereich der intelligenten Produktion und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland durch die Nutzung interoperabler, offener und standardisierter Machine-to-Machine-Kommunikation entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter ausbauen. Durch die Erarbeitung einer standardisierten Weltsprache der Produktion – wie sie zum Beispiel der VDMA mit OPC UA verfolgt – wird die gesamte deutsche Industrie einen entscheidenden zeitlichen und wettbewerblichen Vorteil weltweit erlangen“, so Rauen weiter. „Die Interoperabilität zukünftiger Wertschöpfungsnetzwerke macht diese leistungsfähiger.“

Semantische Interoperabilität gilt als Schlüssel für Industrie 4.0. Der Standard OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture) hilft dabei den Herstellern, ihre Produkte für intelligente Industrie-4.0-Anwendungen vorzubereiten. Hierzu erstellt die Antriebstechnik ein OPC UA-Informationsmodell (Companion Specification) für den Antriebsstrang. Um die Kompatibilität mit unterschiedlichen Systemen und OPC UA zu erreichen, werden für die Fluidtechnik bei eCl@ss und ISO Produkte mit ihren Merkmalen klassifiziert und mit einheitlicher Semantik genormt. Die Merkmale dienen als Basis für OPC UA-Specifications. Durch die standardisierte Beschreibung der Komponenten und Systeme in der Antriebstechnik und Fluidtechnik wird eine Kompatibilität auf allen Ebenen der industriellen Automation ermöglicht. OPC UA ist somit ein wesentlicher Baustein für neue Industrie-4.0-Geschäftsmodelle. (ig)

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