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AAL-Assistenzsysteme

AAL-Assistenzsysteme
Mehr politische Entschlossenheit nötig

Eine AAL-Technologie, die sich bereits nachhaltig etablieren konnte, ist das Hausnotrufsystem, das bereits von knapp 500.000 Menschen in Deutschland täglich genutzt wird. Karlsruher Messe- und Kongress GmbH
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Die Technologien für ein längeres Leben in den eigenen vier Wänden sind da, dennoch setzen sie sich nicht auf dem Markt durch, denn es fehlt an Finanzierungs- und Erstattungsmodellen. Weitere Hürden für ein flächendeckendes Roll-Out von AAL-Systemen sind der Breitbandausbau und Interoperabilität.

Obwohl das Marktpotenzial für häusliche Assistenzsysteme groß ist, geht die flächendeckende Einführung in Deutschland nur schleppend voran. Im Rahmen des heute eröffneten AAL-Kongresses in Karlsruhe forderte der VDE deshalb mehr politische Entschlossenheit beim Ausbau häuslicher Assistenzsysteme (AAL-Systeme, Active Assisted Living). „AAL-Technologien haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und Hersteller haben neue Lösungen in den Markt gebracht“, kommentiert Johannes Koch vom VDE. „Leider haben diese Technologien bislang keine ausreichende Marktresonanz erfahren, obwohl der Bedarf aufgrund des demographischen Wandels mit jedem Jahr größer wird. Es fehlen breite öffentliche Finanzierungs- und Erstattungsmodelle.“

Um AAL-Systeme zukünftig allen Menschen zugänglich zu machen und ihnen damit mehr Eigenständigkeit zuhause zu ermöglichen, setzt sich der Technologieverband für eine stärkere Einbeziehung der beteiligten Akteure – Hersteller, Mediziner, Krankenkassen, Sozialdienstleister und Wohnungswirtschaft – ein.

Innovationshürden bremsen flächendeckende Einführung von AAL-Systemen

Eine AAL-Technologie, die sich bereits nachhaltig etablieren konnte, ist das Hausnotrufsystem, das bereits von knapp 500.000 Menschen in Deutschland täglich genutzt wird. Hierbei übernehmen die Krankenkassen bei Bedürftigkeit einen Anteil der Kosten, was zu einer breiten Anwendung der Technologie geführt hat. „AAL beschränkt sich aber nicht nur auf das Hausnotrufsystem“, erklärt Koch. Der Branche machten die Innovationshürden im Gesundheitssystem zu schaffen. Defizite bestünden unter anderem bei der Überführung in die Kostenerstattung durch die Krankenversicherungen. Dies aber sei eine Grundvoraussetzung für die breite Nutzung innovativer Technik in der Gesundheitsversorgung. Dabei würden innovative AAL-Systeme wie Sturzerkennung oder Wohnungssteuerungssysteme (zum Beispiel Temperatur-, Licht- oder Abschaltautomation) die häusliche Versorgung verbessern und gleichzeitig Kosten im Gesundheitssystem einsparen.

Weitere Herausforderungen für die AAL-Branche bleiben eine leistungsstarke IT-Infrastruktur – Stichwort Breitbandausbau – und die Interoperabilität von unterschiedlichen AAL-Produkten und Diensten. Der VDE hat dies im Blick und fördert daher schon seit vielen Jahren die Anwendung von AAL-Technologien und die Entwicklung von nationalen und internationalen Normen und Standards. „Hier müssen die Hersteller zusammenfinden. Was den Breitbandausbau und die IT-Infrastruktur angeht, ist die Politik in der Pflicht“, resümiert Johannes Koch. (ig)


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