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Chancen für Elektroindustrie

Märkte
Mexiko bietet Chancen für die deutsche Elektroindustrie

ZVEI-Mitgliedsunternehmen sehen in Mexiko einen wichtigen Industriestandort zwischen Nord- und Südamerika. Bild: Mexico City
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Mexiko ist für die deutsche Elektroindustrie in Lateinamerika ein Schlüsselland. Die nach Brasilien zweitgrößte Volkswirtschaft ist nicht nur ein immer wichtiger werdender Absatzmarkt, sondern auch als Standort für den nordamerikanischen Wirtschaftsraum von strategischer Bedeutung: Mehr als 83 Prozent der mexikanischen Elektroausfuhren gingen 2016 in die USA und nach Kanada.

„Die mexikanische Wirtschaft bietet der deutschen Elektroindustrie wachsende Betätigungsmöglichkeiten“, stellt Klaus John, Leiter der Abteilung International Trade and Future Markets im ZVEI, fest. „Große Potenziale liegen in der Automation und in der Umstellung des Energiesystems auf erneuerbare und klimaschonende Technologien.“ Im vergangenen Jahr (die ersten elf Monate) zogen die deutschen Exporte im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro an. Der Import von elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen aus Mexiko nach Deutschland legte im selben Zeitraum um knapp zwölf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu.

NAFTA-Wirren: Bisher keine wirtschaftlichen Auswirkungen

„Das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA ist für Mexiko zwar von überragender Bedeutung“, so John weiter. Die durch die US-Regierung ausgelöste Verunsicherung über die Zukunft des Abkommens habe bisher dennoch keine negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung Mexikos genommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent zu und auch der Export in die USA zog weiter an. „Bei unseren Mitgliedsunternehmen vor Ort vernehmen wir inzwischen eine gewisse Gelassenheit. Erwartet wird ein Kompromiss, der der wirtschaftlichen Verflechtung des NAFTA-Wirtschaftsraums gerecht wird.“

Brücken statt Mauern

Hohe Erwartungen bestehen auch an das Freihandelsabkommen, das die EU und Mexiko derzeit verhandeln. Es soll einer 17 Jahre alten Vereinbarung folgen und dem wirtschaftlichen Austausch – derzeit fast 54 Milliarden Euro – neue Impulse geben. John: „Das Abkommen wäre ein wichtiges Signal gegen die zunehmenden protektionistischen Tendenzen weltweit. Statt Mauern zu errichten, müssen wir Brücken bauen.“

ZVEI-Mitgliedsunternehmen sehen in Mexiko einen wichtigen Industriestandort zwischen Nord- und Südamerika. Von vernetzter Produktion bzw. Industrie-4.0-Anwendungsfällen sei das Land allerdings noch weit entfernt. Als größte Herausforderungen werden die unzureichende Infrastruktur und das überbordende Sicherheitsproblem genannt. (ig)


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