Immobilienmarkt

Politische Unsicherheit und konjunkturelle Sorgen

Immobiliensektor
Trotz der steigenden Nervosität betonen viele befragte Investoren, dass sie weiterhin positive Signale wahrnähmen. So glaubt die Mehrzahl der Experten, der Beschluss der US-Notenbank, die ursprünglich geplanten Zinserhöhungen erst einmal auszusetzen, werde den drohenden konjunkturellen Abschwung abfedern. Bild: Gerlach Wohnungsbau
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Lange Zeit sah es so aus, als könne sich der Immobiliensektor von politischer Unsicherheit, internationalen Handelskonflikten und sinkenden Wachstumsraten abkoppeln. Nun jedoch wachsen auch unter Immobilien-Investoren die Sorgen, zeigt die aktuelle Ausgabe der „Emerging Trends in Real Estate – The global outlook for 2019”-Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Kooperation mit dem Urban Land Institute. Im Hinblick auf den europäischen Markt ist es neben dem Brexit und der Rezession in Italien vor allem die abkühlende Konjunktur in Deutschland und Frankreich, die die Investoren vorsichtiger werden lässt, so die Untersuchung.

Trotz der steigenden Nervosität betonen viele befragte Investoren, dass sie weiterhin positive Signale wahrnähmen. So glaubt die Mehrzahl der Experten, der Beschluss der US-Notenbank, die ursprünglich geplanten Zinserhöhungen erst einmal auszusetzen, werde den drohenden konjunkturellen Abschwung abfedern. Auch die relativ niedrige Schuldenquote im Immobiliensektor stimmt die Branchenmanager optimistisch. Das Gleiche gilt für das nur moderat wachsende Angebot an neuen Objekten, was einen Preisverfall unwahrscheinlich macht. Hinzu kommt: Speziell der europäische Immobilienmarkt verzeichnet weiterhin deutliche Kapitalzuflüsse.

Der Immobiliensektor muss überdacht werden

Dabei werden die konjunkturellen Einflüsse aus Sicht vieler Investoren ohnehin von grundlegenderen Trends überlagert, so eines der zentralen Ergebnisse der Studie. Ein Beispiel hierfür ist die zunehmende Überalterung vieler Immobilienbestände. Zudem wandeln sich die Anforderungen, die sowohl gewerbliche als auch private Mieter an Gebäude stellen – eine Entwicklung, die sich durch den digitalen Fortschritt, den demographischen Wandel und die Veränderungen sozialer Normen sogar massiv beschleunigt. Heute werden klassische Bürogebäude abgelöst durch „Coworking-Spaces”; Reisende fragen nicht mehr nach Hotels, sondern nach Erlebnis-Unterkünften; der Sharing-Trend führt dazu, dass die Zahl der Airbnb-Angebote in den großen globalen Metropolen mittlerweile in die Zehntausende geht; und während die Preise für Einzelhandels-Immobilien unter dem E-Commerce-Boom leiden, sind Logistik-Immobilien so gefragt wie nie zuvor.

„Wir haben es hier mit immer schneller werdenden Veränderungen zu tun, durch die der Immobiliensektor schon heute neu gedacht werden muss”, kommentiert Susanne Eickermann-Riepe, Leiterin Real Estate bei PwC in Deutschland. Zugleich stelle der Markt aber nach wie vor ähnliche Anforderungen wie in der Vergangenheit. Es stelle sich die Frage: Wie gehen die Investoren mit dem vielen Geld um, das angelegt werden will, während die Zahl der Zielobjekte begrenzt bleibt. Letzten Endes, so Eickermann-Riepe, „werden diejenigen Investoren die größten Erfolge erzielen, die den strukturellen Wandel an vorderster Front selber gestalten, statt zu versuchen, die notwendigen Veränderungen hinauszuschieben.” (ig)

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