Rekordjahr und volle Auftragsbücher

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Rekordjahr für den deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbau

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch den Kunststoff- und Gummimaschinenbau nicht verschonte, war 2017 bereits das achte Wachstumsjahr in Folge. Bild: Kautex
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Die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer eilen von Rekord zu Rekord. So konnten sie ihren Umsatz im Jahr 2017 nochmals um fünf Prozent steigern. „Damit reiht sich auch das vergangene Jahr in die positive Entwicklung seit 2010 ein“, freut sich Ulrich Reifenhäuser, der Vorsitzende des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Er zeigt sich erfreut, dass mit diesem Wachstum sogar die ursprüngliche (recht optimistische) Prognose von vier Prozent übertroffen werden konnte.

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch den Kunststoff- und Gummimaschinenbau nicht verschonte, war 2017 bereits das achte Wachstumsjahr in Folge. Die aktuelle Boomphase hält auch nach Einschätzung des VDMA schon außergewöhnlich lange an. Den Spitzenplatz der wichtigsten deutschen Absatzländer nahmen auch 2017 wieder die USA ein. Dieses Mal konnte sogar die Marke von 800 Millionen Euro an Exporten geknackt werden. Der Wert der Kunststoff- und Gummimaschinen, die aus Deutschland in die USA geliefert wurden, belief sich auf 847 Millionen Euro. Das ergibt ein Plus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

China zählt dabei als wichtigster Gesamtmarkt. Neben den 717 Millionen Euro an Exporten (was gegenüber dem Jahr 2016 einem Plus von 14,3 Prozent entspricht) kommt noch einmal etwa eine halbe Milliarde Euro hinzu, die von den Kunststoff- und Gummimaschinenbauern in China hauptsächlich mit für den lokalen Markt gefertigten Maschinen erzielt werden konnte.

Italien machte einen großen Sprung von Platz sechs auf Platz vier. Deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen im Wert von 250 Millionen Euro wurden 2017 nach Italien geliefert, das ergibt ein Wachstumsplus von 32,1 Prozent. Hier macht sich laut VDMA vor allem der „Industrie 4.0 Plan“ der italienischen Regierung bemerkbar, durch die Investitionen in Investitionsgüter angeregt werden und die italienischen Verarbeiter ihre Maschinenparks vermehrt mit High-Tech Produkten „Made in Germany“ erneuern.

Positive Signale aus Russland und Brasilien

Nachdem die Lieferungen von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland lange Zeit schrumpften, entwickelten sie sich im vergangenen Jahr wieder positiv. Die hohe Wachstumsrate der deutschen Exporte in Höhe von 34,1 Prozent resultiert vor allem aus der Belebung des dortigen Verpackungssektors und spiegelt nicht eine flächendeckende Belebung des Marktes wider. In Summe konnten somit 114 Millionen Euro an deutschen Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland exportiert werden.

Ein hohes Exportwachstum lässt sich auch für den brasilianischen Markt vermelden, wo die längste und stärkste Rezession zu Ende gegangen ist. Hier stiegen die Exporte gegenüber 2016 um 35,4 Prozent auf nun 75 Millionen Euro. Nach dem langen Abschwung wird Brasilien jedoch noch Zeit benötigen, um sich zu erholen. Die Investitionen zum Beispiel laufen nur langsam an, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass im Vorfeld der diesjährigen Präsidentenwahl eine hohe Unsicherheit im Markt herrscht.

Volle Auftragsbücher lassen für 2018 Gutes erwarten

Ein Ende des Wachstums ist für 2018 ebenfalls noch nicht absehbar. Aufgrund der weiterhin vollen Auftragsbücher der Unternehmen geht der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA in diesem Jahr von einem Umsatzwachstum von drei Prozent aus. „Das soll jedoch keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass bereits vereinzelt dunkle Wolken am Schönwetterhimmel auftauchen“, mahnt Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbands. „Wir befinden uns momentan in einem sehr lange anhaltenden Boom, der bereits über die übliche Länge einer solchen Phase hinausgeht“. Dadurch seien die Lieferzeiten sowohl der Maschinenbauer als auch der Zulieferer bereits außergewöhnlich lang. Darüber hinaus hätten die Unternehmen derzeit immense Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden. (ig)

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