Elektromobilität

Siemens und VDL kooperieren bei Ladetechnik für elektrische Nutzfahrzeuge

Ladetechnik
Siemens und VDL kooperieren bei der Ladetechnik für E-Busse. Bild: Think B/Adobe Stock
Anzeige

Mit der steigenden Zahl von elektrischen Fahrzeugen am Markt wachsen die Anforderungen an eine robuste Ladeinfrastruktur. Um das Laden bei Bussen und Lastfahrzeugen möglichst effizient und flexibel zu ermöglichen, wird Siemens in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Bushersteller VDL Bus & Coach (VDL) untersuchen, wie Fahrzeugtechnologien, Energiespeicher und Ladesysteme zusammenwirken.

Im VDL Charging Test Center hat Siemens die neuste Generation von Schnellladestationen in Kombination mit einem Batteriespeichersystem installiert. Dabei handelt es sich um das Interoperabilitätstest- und Prüfzentrum von VDL in Valkenswaard in den Niederlanden. Eine spezielle Schaltmatrix erlaubt es laut Siemens, die Leistungen der Ladestationen flexibel zusammenzuschalten.

Gesteuert wird der Aufbau über eine Energiemanagement-Applikation, die auf MindSphere läuft, dem cloudbasierten, offenen IoT-Betriebssystem von Siemens. VDL führt mit diesen Technologien Interoperabilitäts- und Funktionstests mit elektrischen Fahrzeugen wie Bussen und Lastkraftwagen durch. Interoperabilität ist gegeben, wenn die Technologien verschiedener Hersteller – sowohl auf Fahrzeug- als auch auf Ladeinfrastrukturseite – miteinander agieren und Informationen austauschen können.

Tests unter realen Bedingungen

Im VDL Charging Test Center wird die Kombination dieser zukunftsweisenden Technologien nun unter realen Bedingungen getestet, um die Funktionalität im Betrieb sicherzustellen. Kunden beider Unternehmen sind dazu eingeladen, das Prüf- und Testzentrum zu besuchen und die neusten Technologien live zu begutachten.

Siemens VDL Energiespeicher
Im „VDL Charging Test Center“ in den Niederlanden wurden neueste Entwicklungen für das Depotladen von eBusse und eTrucks unter realen Bedingungen getestet. Bild: Siemens

„Mit der Ladetechnik von Siemens können wir verschiedene eBus- und eTruck-Technologien in Kombination mit Ladestationen und einem Energiespeicher testen. Die Energiemanagement-Applikation ermöglicht uns, den Energiefluss nach Bedarf zu steuern. Im Speichersystem setzen wir zudem auf „Second Life“ Batterien. Das heißt, wir können unsere ehemaligen eBus-Batterien wiederverwenden und ihnen ein weiteres Leben schenken,“ so Menno Kleingeld, Geschäftsführer bei VDL Enabling Transport Solutions.

Bidirektionales Laden ermöglicht Rückeinspeisung von Strom

An einer der Ladestationen ist eine Vehicle-to-Grid-Funktion integriert, die ein bidirektionales Laden der Fahrzeuge ermöglicht. Das bedeutet, sie können sowohl Strom vom Netz und vom Speichersystem beziehen, aber auch dorthin zurück transportieren. Diese Funktion bereitet den Weg für zukünftige Anwendungsfälle wie die Deckung von Bedarfsspitzen. Das bedeutet, elektrische Fahrzeuge können mit dem Netz kommunizieren und im Falle von Kapazitätsengpässen Strom zurückspeisen.

„Wir freuen uns, bei diesem innovativen Projekt mit VDL zusammenzuarbeiten. Es ist ein wichtiger Schritt, um die Elektromobilität flexibler und effizienter zu gestalten“ sagte Monique Mertins, Leiterin Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge bei Siemens Smart Infrastructure. „In Valkenswaard kommen drei unserer neusten 150 Kilowatt (kW) Schnellladestationen zum Einsatz. Die Ladeelektronik ist temporär zusammenschaltbar. Dadurch können drei Fahrzeugen parallel mit einer Leistung von je 150 kW oder ein Fahrzeug besonders schnell mit bis zu 450 kW, durch High Power Charging (HPC), geladen werden. So kann die Leistung flexibel angepasst und die Ladeinfrastruktur für Depots mit unterschiedlichen Anforderungen optimiert werden.“
Die modulare Infrastruktur in Valkenswaard zeigt, dass Ladesysteme über einen längeren Zeitraum erweitert werden können, ohne die Netzkapazität oder -anbindung anzupassen. Indem ein Energiespeicher, Ladestationen und eine Energiemanagement-Applikation gekoppelt werden, kann die Kapazität entsprechend aktueller und zukünftiger Bedürfnisse angepasst werden. Das Projekt liefert wichtige Erkenntnisse für die Elektrifizierung des Transportsektors, und somit für das Gelingen der Energiewende.(ag)

Kontakt zu Siemens und VDL

Siemens Aktiengesellschaft
Werner-von-Siemens-Straße 1
80333 München
Deutschland
Email:contact@siemens.com
Tel. +49 89 636-00
www.siemens.de

VDL 

De Vest 7
5550 AP, Valkenswaard
Die Niederlande
Tel.: +31 (0)40 208 44 00
Email: info@vdlbuscoach.com
www.vdlbuscoach.com

Ebenfalls interessant:

Siemens übernimmt Chemnitzer IST GmbH

Anzeige

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Konradin Industrie

Titelbild Automationspraxis 12
Ausgabe
12.2019
LESEN
ARCHIV
ABO

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de