Innovationen

Unternehmen werden nicht innovativer

Singapur entwickelt sich mehr und mehr zu einem der wichtigsten Innovations-Drehkreuze. Bild: weg.de
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Das Digital Transformation Institute von Capgemini die Studie „The discipline of innovaction: Making sure your innovation center actually makes your organization more innovatice“ veröffentlicht, die die Entwicklung von Innovationszentren beleuchtet und deren Wert für Unternehmen untersucht. Demnach wird Innovation in Unternehmen vor allem durch fehlende innovationsfreundliche Kultur, mangelnde robuste interne Prozesse und fehlende innovative Führungskräfte  behindert. Die Studie zeigt , dass Technologie- und Automobilbranche in den letzten zwölf Monaten die meisten Innovationszentren eröffnet haben.

Aktuelle Innovationsprozesse werden laut der Ergebnisse der Studie nicht zu Ende geführt und resultieren nicht automatisch in innovativeren Organisationen. Seit Oktober 2016 wuchs demnach zwar die Anzahl von Innovationszentren um 27 Prozent, doch Innovation verbreiteten sich nicht automatisch in den zugehörigen Organisationen. Während 87 Prozent der Befragten über ein Innovationszentrum verfügen, hat kein Unternehmen eine so genannte „optimierte“ Maturität erreicht – also eine konsistente Erfolgsbilanz, die zeigt, dass Innovationen von der ersten Idee bis hin zu signifikanten kommerziellen oder operativen Umsetzungen verfolgt werden.

Die Hälfte der befragten Führungskräfte ist der Ansicht, dass ihre Organisation nicht in der Lage ist, mit den Marktveränderungen Schritt zu halten, und weniger als ein Fünftel (17 Prozent) ist der Meinung, dass sie eine unternehmensweite Innovationskultur haben. Die meisten Unternehmen (76 Prozent) befinden sich noch in der Phase des Aufbaus ihrer Innovationsbemühungen, wobei die Projekte ausschließlich auf Abteilungsebene und ohne zentrales Management durchgeführt werden.

Unternehmenskultur und mangelnde Zusammenarbeit hemmen ausgereifte Innovationen

In der Capgemini-Studie wird aufgezeigt, dass die größte Hürde für Innovation in Organisationen die Unternehmenskultur und das mangelnde Zusammenspiel mit einer größeren Zulieferer- und Partnergemeinschaft ist. Frühere Untersuchungen wie der „Capgemini DIT Digital Culture Report 2017“ haben gezeigt, dass Kultur die größte Hürde für die digitale Transformation darstellt. Die aktuellen Ergebnisse legen nah, dass dies auch für Innovationen gilt. Demnach haben viele Organisationen keine Kultur, in der sie experimentieren, Ideen ausprobieren und sie zum Einsatz bringen können. Innovation wird auch dadurch erstickt, dass Unternehmen nicht in der Lage sind, mit ihrem breiteren Netzwerk zu interagieren. Vier von zehn Befragten gaben an, dass sie nicht über die Technologie verfügen, um mit ihrem Netzwerk an Innovationen zu arbeiten, selbst wenn sie dies beabsichtigen.

Würden sie an Zusammenarbeit und der Verbesserung ihrer Unternehmenskultur arbeiten, könnten die Unternehmen nach Überzeugung der Studienmacher einen Innovationsschub erleben. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass innovative Unternehmen 13 Prozent häufiger an internen und externen Kooperationen mit Start-ups, Hochschulen und anderen Industriepartnern teilnehmen. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit um 25 Prozent höher, dass Unternehmen mit höherer Innovationsreife flexible Prozesse haben.

Berlin bleibt unter Top 10 Städten für Innnovationszentren

Berlin bleibt mit vier im ersten Quartal 2017 neu eröffneten Innovationszentren unter den Top 10 Städten nach dem Silicon Valley, Singapur, London, Bangalore, Paris und Atlanta und liegt damit noch vor Boston und Shanghai. In Deutschland wuchs die Anzahl der unternehmenseigenen Innovationszentren insgesamt um 24 Prozent auf 78 Zentren. Die Studienautoren unterscheiden bei den Innovationszentren zwischen Labs, die bis zu einem halben Jahr bestehen und vor allem für Prototyping und Geschäftsmodellentwicklung genutzt werden, und Inkubatoren, die bis zu zwei Jahren über die Markteinführung bis hin zur Hochskalierung der Ideen bestehen.

Dritte Kategorie sind die sogenannten Acceleratoren, die mit Markteinführung über einige Monate für das Hochskalieren der innovativen Ideen genutzt werden. Über 50 Prozent der Unternehmensinnovationszentren sind Inkubatoren, von denen sich wiederum die Hälfte mit Mobilität (23 Prozent), Finanzdienstleistungen (17 Prozent) oder Medien (15 Prozent) beschäftigen. Innerhalb der verschiedenen Branchen gibt es eine Präferenz für bestimmte Innovationcenter-Typen: Während zum Thema Mobilität größtenteils in Labs gearbeitet wird, nutzen Versicherungs- und Finanzindustrie vor allem Inkubatoren, Medien und Telekommunikation ist das Format der Acceleratoren am nächsten.

Indien und Singapur als Innovationsdrehkreuze

Das Silicon Valley ist nicht mehr erste Wahl für Unternehmen, die ein Innovationszentrum eröffnen wollen. Weltweit finden sich in dem Gebiet nur noch 13 Prozent der Innovationszentren, verglichen mit 18 Prozent im Jahr 2015.

Für die Studie befragte Capgeminis Digital Transformation Institute von März bis April 2017 1.700 Personen aus 340 Organisationen. Dabei wurden drei Kategorien von Mitarbeitern berücksichtigt: Führungskräfte, mittleres Management und Nachwuchsführungskräfte. Fünf Branchen wurden abgedeckt: Automobil, Banken/Versicherungen, Konsumgüter, Einzelhandel und Telekommunikation. Acht Länder wurden einbezogen: Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden, die Niederlande und Spanien. Capgemini führte außerdem eine eingehende Sekundärforschung aller Markteinführungen und Ankündigungen von Innovationszentren zwischen November 2016 und Oktober 2017 durch, und zwar in allen wichtigen Industriesektoren. Zu den wichtigsten Quellen gehörten: Medienberichte und Pressemitteilungen, Jahresberichte, Geschäftsberichte, Interviews mit Führungskräften, Konferenzreden sowie Web- und Social-Media-Aktualisierungen wie beispielsweise Blog-Posts. (ig)

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