KPMG-Umfrage

Vernetzung und Digitalisierung treibt Automanager um

Die Rolle der Autohersteller wandelt sich nach Ansicht der meisten Branchenexperten immer mehr von der des Gestalters der technologischen Entwicklung hin zum Vollstrecker regulatorischer Vorgaben. Bild: AWS
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Die Vernetzung und Digitalisierung der Fahrzeuge ist nach Meinung führender Experten das aktuelle Top-Thema der Automobilbranche. An zweiter Stelle rangieren batteriebetriebene Fahrzeuge. Brennstoffzellen-Autos, 2018 noch der Favorit der Befragten, landeten diesmal auf Platz 3. Das zeigt die 20. Auflage des „Global Automotive Executive Survey“ von KPMG, für den weltweit knapp 1.000 Entscheider der Automobil- und Technologiebranche sowie mehr als 2.000 Konsumenten befragt wurden.

Die Rolle der Autohersteller wandelt sich nach Ansicht der meisten Branchenexperten immer mehr von der des Gestalters der technologischen Entwicklung hin zum Vollstrecker regulatorischer Vorgaben: 77 Prozent meinen, dass Aufsichtsbehörden und Industriepolitik maßgeblich die Agenda der Hersteller in Zukunft bestimmen werden. Dabei scheint die Industriepolitik in Asien und den USA deutlich weiter entwickelt zu sein als in Westeuropa. 83 Prozent der Experten in China und 81 Prozent in den USA sind der Ansicht, ihr Land verfolge eine klare politische Linie für die Autoindustrie. In Westeuropa ist nur die Hälfte der Befragten dieser Meinung.

Dieter Becker, Global Head of Automotive bei KPMG: „Wir werden uns von der Vorstellung verabschieden müssen, dass sich absehbar eine weltweit führende Antriebstechnologie herausbildet. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Verteilung der Antriebsformen/Technologien sich von Land zu Land unterscheiden und auch stark von der nationalen Branchenaufsicht bestimmt werden. Abgesehen davon spielt die Verfügung von Rohstoffen natürlich eine wichtige Rolle. Länder mit großen Öl- und Gasvorkommen wie die USA setzen eher auf die Brennstoffzelle. China mit viel Stromkapazitäten bevorzugt entsprechend den Batterieantrieb.“

 

Hersteller in Westeuropa auf absteigendem Ast

Die Autoproduktion in Westeuropa befindet sich nach Ansicht der meisten Experten auf einem absteigenden Ast. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) sind der Ansicht, dass der Anteil westeuropäischer Hersteller an der weltweiten Autoproduktion von heute rund 15 Prozent bis 2030 auf nur noch fünf Prozent abnehmen wird. „Die Hersteller, denen es als erstes gelingt, einen reibungslosen Übergang vom Fahrzeug in das Netz zu gewährleisten werden die führende Rolle in der Mobilitätsbranche der Zukunft einnehmen”, erklärt Dieter Becker.

 

Händlernetz dürfte massiv schrumpfen

Auch der Handel muss sich nach Ansicht vieler Fachleute auf einen dramatischen Wandel einstellen: Rund die Hälfte der Befragten ist sich ziemlich sicher, dass die Zahl der Händler vor Ort um 30-50 Prozent schrumpfen oder  viele zumindest ihr Geschäftsmodell gründlich ändern dürften – wenn auch nicht ganz so schnell wie noch im vergangenen Jahr erwartet.

 

Branche restrukturiert sich

„Die Umfrage zeigt, dass nur wenige Experten eine sinkende Profitabilität befürchten“, beschreibt Beker. Doch ich bin da weniger zuversichtlich. Die Hersteller müssen sich auf härteren Konkurrenzkampf und sinkende Marktanteile gefasst machen, wenn sie sich nicht schnellstens auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Denn die Autobranche ist dabei, sich ganz neu zu strukturieren. Das Gewicht verlagert sich weiter hin zu den ICT-Unternehmen: Die Marktkapitalisierung der 15 größten Technologieunternehmen war 2018 fast fünf Mal so hoch wie die der 50 größten Autohersteller und – zulieferer. Letztes Jahr war sie noch dreieinhalbmal so hoch. Das zeigt, wie rasant sich das Gewicht hier verschiebt. Kein Unternehmen wird auf Dauer noch die gesamte Wertschöpfungskette allein abbilden können.“

 

Kooperation statt Konkurrenz

Und so setzt sich unter den Branchenexperten auch immer mehr die Überzeugung durch, dass die Zusammenarbeit zwischen traditionellen Herstellern und Internet- beziehungsweise Technologieunternehmen unausweichlich ist. Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) glauben an Kooperation statt Konkurrenz – allen voran die Experten in China; hier sind es sogar 84 Prozent. Vor allem die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus konvergierenden Branchen erscheint hierbei erfolgversprechend (56 Prozent), knapp gefolgt von Joint Ventures und strategischen Allianzen (jeweils 43 Prozent). (ig)

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