Neue Messe 5G CMM in Hannover

Thomas Rilke, Deutsche Messe, im Interview über den Start der neuen 5G CMM Expo

5G CMM Expo Hannover
Bild: kinwun/Fotolia.com
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Vernetzte mobile Maschinen werden in Zukunft viele neue Anwendungen erschließen, sagt Thomas Rilke, Geschäftsführer der Deutschen Messe Technology Academy GmbH in Hannover. Ein Grund mehr für die Messeprofis der Deutschen Messe AG, mit der 5G CMM (Connected Mobile Machines) Expo eine Messe mit begleitender Konferenz für smarte Anwendungen ins Leben zu rufen, die im Oktober 2019 erstmals mit der Konferenz startet. Da speziell die 5G-Mobilfunktechnologie der Vernetzung umfangreiche neue Möglichkeiten eröffne, erlebe man derzeit eine Zeitenwende, die ein Format wie die 5G CMM Expo geradezu fordere, so Rilke im Interview mit der Konradin Mediengruppe.

Interview: Michael Corban, Chefredakteur Bereich Engineering, Konradin Mediengruppe

Konradin Mediengruppe: Herr Rilke, was ist die Zielsetzung der neuen 5G CMM Expo?

Thomas Rilke: Wir wollen in Deutschland und gleichermaßen in Europa eine international ausgerichtete Konferenz aufbauen, die sich den Chancen widmet, die durch vernetzte mobile Maschinen entstehen – im Englischen Connected Mobile Machines oder kurz CMM. Diese mobilen Maschinen werden in Zukunft immer häufiger über das 5G-Mobilfunknetz miteinander verbunden sein sowie mit zentraler Steuerungsintelligenz in der Cloud – daher der Name 5G CMM Expo. Entscheidend ist, dass auf diese Weise sowohl Fahrzeuge aller Art als auch mobile Maschinen –zunehmend teilautonom oder vollständig autonom agierend – intelligenter werden. Anders formuliert: Durch die Vernetzung entstehen Systeme, die Aufgaben zum Beispiel in der Logistik, der Landwirtschaft oder des Katastrophenschutzes, um nur einige zu nennen, sehr effizient, ressourcenschonend und zielführend lösen können. Vernetzte mobile Maschinen sind die Voraussetzung für ‚smarte‘ Umgebungen und damit Smart Logistics, Smart Farming oder viel weitergehend Smart City. Die in Europa weltweit führende Fahrzeug- sowie Automatisierungsindustrie verbunden mit dem Maschinenbau schafft dafür die besten Voraussetzungen, weswegen wir uns für den Standort in Europa, in Deutschland entschieden haben. Hier werden Fahrzeuge und Maschinen gebaut, die künftig noch intelligenter sind und autonom agieren – und die 5G CMM Expo wendet sich an deren Hersteller.

Konradin Mediengruppe: Sprechen Sie bestimmte Funktionen in diesen Unternehmen an?

Rilke: Wir adressieren mit dem Konferenzprogramm sowohl Entwickler, Konstrukteure, Produkt- und Produktionsverantwortliche von Fahrzeugen und mobilen Maschinen als auch die Managementebene im Allgemeinen. Den Entwicklern und Konstrukteuren wollen wir die Möglichkeit geben, sich umfassend zu technischen Themen zu informieren, von Embedded-Lösungen bis hin zu speziellen Antrieben und natürlich auch der dafür geeigneten Vernetzung über 5G. Geschäftsführer und Vorstände können zudem erfahren, wie sich neue Geschäftsmodelle basierend auf autonomen Fahrzeugen und mobilen Maschinen aufbauen lassen. Nicht zuletzt bietet sich deswegen auch den Einkäufern die Gelegenheit, Lieferanten kennen zu lernen und in Kontakt zu kommen. Die 5G CMM Expo ist damit die zentrale Informations-Quelle für Hersteller von Fahrzeugen und Maschinen, die künftig mobil und intelligent unterwegs sein werden. Das reicht übrigens von Fahrzeugen aller Art bis hin zur Luft- und Schifffahrt – die 5G CMM Expo adressiert alle Arten von Fahrzeugen oder mobilen Maschinen.

Konradin Mediengruppe: Einer der Kerngedanken ist die Vernetzung von Maschinen und Geräten, die auch in Industrie-4.0- beziehungsweise Internet-of-Things-Szenarien wichtig ist – und damit auch auf der HANNOVER MESSE gezeigt wird. Welchen Mehrwert liefert die 5G CMM Expo?

Rilke: HANNOVER MESSE und 5G CMM Expo unterscheiden sich deutlich. Kernthema der HANNOVER MESSE ist: Technik und Dienstleistungen für die industrielle Produktion. Neben Automatisierungs- und Robotertechnik vor allem auch digitale Ecosystems sowie Themenbereiche wie Zulieferung und Ingenieurdienstleitungen oder auch Energie. Demgegenüber thematisiert die 5G CMM Expo mobile Maschinen und Fahrzeuge in unterschiedlichen Einsatzfeldern – also nicht nur in der industriellen Produktion. Schnittmengen gibt es natürlich, allerdings zeigen diese auch deutlich die Unterschiede. Betrachten wir beispielsweise das Thema Fahrerlose Transportsysteme (FTS). Die HANNOVER MESSE beleuchtet deren Einsatz in der industriellen Produktion, während die 5G CMM Expo die FTS selber und deren Entwicklung und Bau in den Mittelpunkt stellt. Sie gibt damit Antworten auf Fragen der Vernetzung über die 5G-Technologie, die sich immer stärker als Standard bei Bau und Einsatz mobiler Maschinen durchsetzen wird, sowie zum Einsatz mobiler Automationslösungen, die IN die Maschine eingebaut werden.

Konradin Mediengruppe: Die Deutsche Messe baut sogar ein eigenes Campusnetz auf…

Rilke: … weil wir dann eine ganz enge Symbiose herstellen können zwischen den hier stattfindenden Veranstaltungen und der Technologie, die nicht nur inhaltlich eine Rolle spielt, sondern eben auch installiert ist! Unser Messegelände in Hannover wird in Zukunft deswegen auch ein Areal sein, in dem wir das 5G-Netz nicht nur für Veranstaltungen nutzen, sondern das wir auch als Testgelände der Industrie zur Verfügung stellen. Wichtig dabei ist, dass unser 5G-Netz in Teilen auch für das Testen von Fahrzeugen und mobilen Maschinen optimiert sein wird, so dass unser Campusnetz eine dreifache Funktion erfüllt:

  • Unsere Aussteller, Besucher und wir selbst können darüber die Datenkommunikation abwickeln,
  • wir werden das 5G-Netz nutzen, um neue Veranstaltungen wie die 5G CMM Expo zu etablieren und
  • wir bauen uns mit einem Reallabor ein neues Geschäftsfeld auf, in dem Hersteller die 5G-Eigenschaften von Fahrzeugen, mobilen Maschinen und Komponenten testen können.

Da das Messegelände einer Stadt mit vielen Gebäuden und Straßen ähnelt und wir verschiedene Kreuzungssituationen sowie tunnelähnliche Umgebungen, unterschiedliche Gebäude, befahrbare Hallen und Parkhäuser bieten können, ergibt sich eine ideale Testumgebung. Prinzipiell lassen sich alle Situationen, die später bei der Inbetriebnahme von autonomen Fahrzeugen in Städten eine Rolle spielen, hier durchspielen – aber eben in einer abgezäunten Umgebung! Gleichwohl sprechen wir zusätzlich die Maschinenbauer und Automatisierer an, die auch stationäre Anwendungen mit unterschiedlichen technischen Ausstattungen testen können, die wir in einzelnen Zonen installiert haben werden. Wir werden auch Test-Produktionslinien zur Verfügung stellen in die Automatisierer ihre Automationskomponenten einbauen können, um sie dann in unserem 5G-Netz zu testen.

Konradin Mediengruppe: Können Sie uns noch ein oder zwei Highlights nennen, die Konferenzbesucher 2019 erwartet?

Rilke: Die Besucher werden ein System von Lufthansa Industry Solutions kennenlernen, das Schäden an Luftfrachtcontainern erkennen kann. Da wird die superschnelle Datenübertragung kombiniert mit modernen Algorithmen aus den Bereichen Deep Learning, Machine Learning und KI. Die Firma Götting bringt KATE mit, eine kleine autonome Transporteinheit, die sich dank der Echtzeitdatenübertragung über 5G orientiert und frei navigieren kann. Bis zum Start der Konferenz werden noch weitere ganz konkrete Anwendungen hinzukommen.

KEM Konstruktion: Und welche Unternehmen sowie Partner sind mit an Bord?

Rilke: Partner sind vor allem

  • Curpas (Civil Use of Remotly Piloted Aircraft Systems) in Wildau,
  • das DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) in Kaiserslautern sowie
  • das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Köln mit Blick auf die 5G-Mobilfunktechnologie die
  • 5G-ACIA (5G Alliance for Connected Industries and Automation) beim ZVEI in Frankfurt am Main sowie
  • die 5GAA (5G Automotive Association) in München
  • der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und
  • ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie)

www.5gcmm.com 

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