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Eon analysiert Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland

Eon analysiert Wasserstoffwirtschaft Deutschlands
Deutschlands Wasserstoff-Entwicklung weist große Lücken auf

Nach jetzigem Stand erreicht die Bundesregierung nur gut die Hälfte ihres Wasserstoff-Ziels für 2030, geht aus einer aktuellen Analyse von Eon hervor. Bild: natanaelginting/stock.adobe.com

Auf den Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft ist Deutschland nicht ausreichend vorbereitet. So lautet das Ergebnis der H2-Bilanz, einer Analyse von Eon, die auf Daten des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität Köln (EWI) basiert. Mit Blick auf das Jahr 2030 stellt sich demnach heraus, dass weder die inländische Erzeugungskapazität von grünem Wasserstoff ausreicht noch der deutsche Importbedarf gedeckt werden kann. 

Unter Berücksichtigung aller bis zum Jahr 2030 geplanten Projekte zum Aufbau von Elektrolysekapazität ergebe sich eine Erzeugungsleistung von 5,6 GW – das sei nur etwas mehr als die Hälfte der nationalen Erzeugungskapazität, die laut Bundesregierung bis 2030 erreicht werden soll.

Wenn der Aufbau von nationaler Wasserstoffproduktion nicht schneller voranschreite, erhöhe sich der vorhandene Importbedarf noch weiter.

Auch hier zeigt die H2-Bilanz eine große Lücke: Ausgehend von der Dena-Leitstudie, die einen Wasserstoffbedarf von 66 TWh bis 2030 zugrunde legt, beträgt die Importlücke Stand heute 50,5 TWh. Das entspricht etwa dem monatlichen Erdgasverbrauch in Deutschland im September 2022.

Darüber hinaus fehlt die Infrastruktur, um den Wasserstoff von den Grenzen des Landes – insbesondere den Häfen – bis zu den Kunden zu transportieren, die für ihre Umstellung auf grüne Technologien darauf angewiesen sind. Aktuell gibt es erst 417 km Wasserstoff-Netze – das sind weniger als 0,1 % des deutschen Gasnetzes.

Zügig die richtigen Weichen stellen

„Wir brauchen einen Markt für grünen Wasserstoff – für eine nachhaltige Dekarbonisierung, aber auch für die Diversifizierung von Energiequellen“, betont Eon-Vorstand Patrick Lammers.

Der globale Wettbewerb um Investitionen in die Wasserstoffindustrie habe nun begonnen. Jetzt werde sich zeigen, ob der Aufbau dieses neuen Marktes bis 2030 gelingt. „Unsere Wettbewerbsfähigkeit und das Gelingen des Wasserstoff-Hochlaufs sind davon abhängig, ob nun zügig die richtigen Weichen in Politik und Regulierung gestellt werden“, so Lammers.

Eon weist darauf hin, dass es auf EU-Ebene immer noch keine Definition von grünem Wasserstoff gibt. Das hemmt Investitionsentscheidungen, weil Anlagenbetreiber nicht wissen, ob ihre heutige Planung die Kriterien erfüllen wird.

Förderumfeld in Deutschland noch nicht ausgereift

Darüber hinaus sei das Förderumfeld in Deutschland noch nicht ausgereift genug, damit bis zum Jahr 2030 eine vollständig neue Industrie entstehen kann. Der Markthochlauf erfordere einen pragmatischen Finanzierungsrahmen für Investitionen in Wasserstoffprojekte. Um Unternehmen zur Umstellung auf grüne Alternativen zu bewegen, bedürfe es einer Unterstützung bei den Betriebskosten.

Die Genehmigungsverfahren für Produktion und Import von Wasserstoff müssten stark beschleunigt werden, heißt es weiter. Die für Windenergie und Photovoltaik geplante gesetzliche Einstufung als „von überragendem öffentlichem Interesse” müsse auch für Wasserstoffprojekte gelten.

Für den Bau neuer Wasserstoffleitungen sei diese Regelung in der aktuellen Gesetzgebung nur bis Ende 2025 befristet. Die große Investitionsphase werde wahrscheinlich aber erst danach eintreten.

Ab jetzt wird Eon die H2-Bilanz in regelmäßigen Abständen veröffentlichen, um den aktuellen Status Quo des Wasserstoffhochlaufs in Deutschland aufzuzeigen. In die Analyse fließen außerdem die konkreten Projektvorhaben bis 2030 und darüber hinaus ein.

Indikatoren sind unter anderem die Erzeugungskapazität von grünem Wasserstoff, Importmengen, Infrastruktur und Kosten. (jk)

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