Startseite » Arbeitswelt »

E-Recruiting im Aufwind: So gelingt das digitale Bewerbermanagement

Gastbeitrag von Matthias Höfer
E-Recruiting: So gelingt die digitale Suche nach den besten Talenten

Digitales Bewerbermanagement Digital Recruiting
Beim digitalen Bewerbermanagement gibt es mehrere Dinge zu beachten.
Bild: BillionPhotos.com/ stock.adobe.com
Anzeige

Das Recruiting befindet sich im digitalen Wandel. Es ist derzeit der Personalbereich, der sich am stärksten verändert und enorme Potenziale für den Unternehmenserfolg erschließen kann. Doch wie entwickelt man klassische HR-Dienstleistungen mit digitalen Technologien weiter? Welche Rolle spielt das E-Recruiting für die Mitarbeitergewinnung und -bindung? Habe ich meine Bewerber dabei stets im Blick und wie und wo spreche ich sie an? Bin ich als Arbeitgeber in der digitalen Welt richtig positioniert? Tipps, wie im War for Talents die digitale Suche nach den besten Talenten gelingen kann.

Der Autor Matthias Höfer ist Spezialist für Digitalisierung und HR Transformation

Personaler wissen: Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern ist eine Herausforderung. Immer mehr Unternehmen ergänzen daher die klassischen Instrumente zur Personalgewinnung um Online-Maßnahmen. Seit Beginn der Corona-Pandemie erfährt das digitale Recruiting einen regelrechten Aufwind.

Bedingt durch die Kontaktbeschränkungen und Homeoffice-Regelungen sind persönliche Bewerbungsgespräche derzeit kaum möglich. Inzwischen ist das Online-Bewerbungsgespräch State-of-the-Art. Zudem verbringen die Menschen mehr Zeit in den sozialen Medien. Immer häufiger findet der Erstkontakt über LinkedIn und Co. statt. Diese Plattformen werden somit für das Employer Branding und Recruiting immer relevanter.

Aber auch im klassischen Recruiting hat sich im Zuge der Pandemie vieles verändert. Bedingt durch die Kontaktbeschränkungen fielen von einem auf den anderen Tag bewährte Recruiting-Plattformen wie beispielsweise Karriere-Messen weg. Unternehmen mussten sich neu aufstellen und ihren Recruiting-Mix verändern. Mehr und mehr kommen digitale Alternativen ins Spiel.

Recruiting muss agil sein

Auch bei Bewerbern hat die Pandemie für jede Menge Verunsicherung auf dem Arbeitsmarkt gesorgt. Nur wenige wagen den Schritt und bewerben sich derzeit aus einer sicheren Anstellung heraus. Selten war die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens für einen Arbeitnehmer so wichtig. Selbst wer bereit für einen Jobwechsel ist, wartet erst einmal ab. Einstellungsstopps verstärken darüber hinaus die sinkende Wechselbereitschaft möglicher Kandidaten.

Andererseits suchen in vielen Branchen Personaler weiterhin händeringend nach Fachkräften. Das Recruiting zeigt: Wer heute bei der Kandidatensuche erfolgreich sein möchte, muss agil sein, um sich schnell an neue Strategien anpassen zu können. Kreativität und Mut sind gefragt, um sich neue Zugänge zu den passenden Kandidaten zu erschließen.

Unternehmen sollten daher vermehrt auf neue Kanäle setzen und Formate im Recruiting ausprobieren. Diese gilt es mit bewährten HR-Instrumenten, z.B. Mitarbeiterempfehlungen oder auch Schaltung von Stellenanzeigen, zu kombinieren. Unternehmen sollten prüfen, welche digitalen Lösungen für sie infrage kommen – und sich damit neue Potenziale bei der Kandidatengewinnung erschließen. Denn mit Lösungen von gestern findet man keine Talente.

HR goes digital

Für viele Unternehmen ist E-Recruiting nur ein Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Digitalisierung der Personalabteilung. Mit der Akzeptanz von Online-Bewerbungsgesprächen steigt die Bereitschaft, immer mehr Schritte im Bewerbungsprozess zu digitalisieren. Denn so lässt sich das Bewerbungsverfahren enorm beschleunigen. Und das hat gleich mehrere positive Effekte. Einerseits können offene Stellen schneller besetzt werden. Andererseits fällt die Entscheidung der Kandidaten bei kurzen Bewerbungsverfahren viel häufiger positiv aus. Das ist eine große Chance, Wunschkandidaten für sich zu gewinnen.

E-Recruiting erleichtert Bewerbern aber auch den Zugang zu potenziellen Arbeitgebern und reduziert etwa durch One-Click-Bewerbungsoptionen den Aufwand bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen. Aber auch Online-Assessments und digitale Bewerbermanagement-Systeme werden wichtiger. Eine große Bedeutung hat auch das digitale Onboarding gewonnen, um neue Mitarbeiter ins Unternehmen zu integrieren. Ein gutes Onboarding ist Teil einer erfolgreichen Willkommenskultur und einer der Haupteinflussfaktoren, um Probezeitkündigungen zu senken. Das Ziel vieler Unternehmen muss daher lauten: die Prozesse in einer Personalabteilung mittelfristig vollständig zu digitalisieren.

7 Tipps für das digitale Bewerbermanagement

Die Aufgaben einer Personalabteilung sind umfassend. Personaler muss qualifizierte Mitarbeiter für das Unternehmen finden, sie möglichst langfristig binden und kontinuierlich weiterentwickeln.

Digitale Technologien können Recruiter dabei nicht nur entlasten, sondern sie bieten auch mehr Flexibilität und Effizienz. Entscheidend ist, dabei nicht planlos vorzugehen, sondern zielgerichtet zunächst dort zu digitalisieren, wo die größten Vorteile entstehen. In der Regel lohnt sich die Digitalisierung von HR-Prozessen immer dann, wenn sie die Effizienz erhöht oder die Mitarbeiterzufriedenheit steigert.

1. Geschwindigkeit ist Trumpf

Setzen Sie auf schnelle und schlanke Prozesse, die Sie transparent und effizient steuern können. Dazu sollten Sie den Recruiting-Prozess vollständig digitalisieren. Es reicht nicht aus, nur einzelne Komponenten auf digitale Füße zu stellen. Das bremst und verzögert den Bewerbungsprozess unnötig.

2. Steigern Sie Ihre Reichweite

Wann immer möglich, nutzen Sie die Chance, die Reichweite Ihrer Stellenangebote zu erhöhen, etwa durch Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programme, aber auch durch Active Sourcing.

3. Setzen Sie auf Social Media

Nutzen Sie das Potential von stellenbezogenen Kampagnen und den Aufbau einer Arbeitgeberpräsenz in sozialen Netzwerken wie beispielsweise auf TikTok – das erhöht nicht nur die Reichweite, sondern spart auch viel Geld.

4. Seien Sie offen für neue Recruiting-Instrumente

Recruiter müssen heute eine Vielzahl von Methoden beherrschen, um erfolgreich Talente gewinnen zu können. Mit der zunehmenden Digitalisierung erweitert sich der HR-Werkzeugkasten um viele neue Instrumente. Seien Sie offen für neue Technologien und Zugänge zu Kandidaten wie beispielsweise One-Click-Bewerbungen. Diese erleichtern es Bewerbern enorm, Bewerbungsunterlagen bereitzustellen und sind eine gute Möglichkeit, sich Wettbewerbsvorteile im War for Talents zu verschaffen.

5. Testen Sie Ihre Kandidaten online

Online-Tests oder E-Assessments eignen sich im Bewerbungsprozess, um aus den Massen an Bewerbern diejenigen Kandidaten herauszufiltern, die zu den nachfolgenden Auswahlschritten eingeladen werden. Inzwischen gibt es Lizenzmodelle für alle benötigten Testverfahren im Recruiting. Online-Tests sind im Vergleich zu Assessment-Centern kostengünstiger. Zudem gelten sie als besonders fair und ermöglichen eine objektive Bewertung aller Bewerber: Alle durchlaufen denselben Test. Niemand wird benachteiligt.

6. Nutzen Sie Big Data

Dank intelligenter Datenanalyse und selbstlernenden Algorithmen sind Sie heute in der Lage, sämtliche verfügbare HR-Daten miteinander zu verknüpfen, abzugleichen und daraus Schlussfolgerungen für die Personalbeschaffung zu ziehen. Die konsequente Nutzung von Prozessdaten hilft Ihnen, zu verstehen, wo und wie Sie die passenden Kandidaten gewinnen. Das macht Ihr Recruiting effektiver und die HR-Arbeit effizienter.

7. Wählen Sie eine moderne Bewerbermanagement-Software

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Bewerbermanagement-Software darauf, dass sie erweiterbar ist. Moderne Softwarewendungen bieten viele Vorteile. Sie automatisieren Prozesse wie Stellenausschreibung und Bewerberkommunikation. Über Integrationen lassen sich mögliche weitere Applikationen anbinden, um passgenaue Module für z.B. Mitarbeiter werben Mitarbeiter, Active Sourcing, etc. anzudocken.

Fazit

Wer als Unternehmen zukunftsfähig bleiben will, braucht digitale Prozesse. Das gilt auch für den Bereich Human Resources. Doch bislang gab es Vorbehalte. Mentale Hürden blockierten den Transformationsprozess in den Personalabteilungen.

Die aktuelle Corona-Pandemie zwingt Personaler nun zum Umdenken. Sie eröffnet ihnen die Chance, die Digitalisierung pragmatisch voranzutreiben. Dabei gilt es, Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen.

Jedes Unternehmen sollte seine Recruiting-Strategie jetzt überprüfen und entscheiden, welche digitalen Prozesse am besten zum Unternehmen passen. Denn eins steht fest: Die Zukunft der Arbeitswelt ist digital.


Über den Autor Matthias Höfer

Matthias Höfer ist Geschäftsführer der Clevis GmbH. Seit mehr als 10 Jahren berät er Unternehmen bei Fragen der Digitalisierung von HR, der HR Strategie und Transformation.

Kontakt zur Clevis GmbH

CLEVIS GmbH
Metris House
Erika-Mann-Straße 53
80636 München
Tel.: +49 89 2421 110
E-Mail: contact@clevis.de
Website: www.clevis.de

Ebenfalls interessant:

8 Videocalls pro Tag sind der Durchschnitt


Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de