Arbeitswelt

Nur sechs Prozent der Deutschen lehnen New-Work-Konzepte ab

Bitkom Studie New Work Homeoffice
Bild: deagreez / Adobe Stock
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Die große Mehrheit der Berufstätigen ist offen für moderne Arbeitskonzepte, die auch unter dem Schlagwort „New Work“ zusammengefasst werden. 92 Prozent stehen laut einer Bitkom-Studie New-Work-Konzepten sehr oder eher aufgeschlossen gegenüber – nur sechs Prozent lehnen diese ab. Die allermeisten Berufstätigen möchten einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen und stellen an ihren Arbeitgeber hohe moralische Ansprüche, etwa was die soziale Verantwortung angeht.

Bereits 91 Prozent messen digitalen Technologien eine große Bedeutung für ihr Arbeitsleben bei, elf Prozent mehr als bei der Umfrage aus dem Jahr 2017. Die Mehrheit (55 Prozent) rechnet damit, dass sich ihr Arbeitsplatz bis 2030 durch neue Technologien verändern wird – Sorge vor einem Job-Verlust haben aber nur acht Prozent (zu einem ähnlichen Ergebnis kam PwC in einer aktuellen Studie). Insgesamt sehen zwei Drittel (66 Prozent) in der Digitalisierung eine Chance für ihre berufliche Situation, ein Drittel (32 Prozent) eine Gefahr. Für die Umfrage befragte Bitkom 1002 Berufstätige in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren.

„Die Digitalisierung ist der Treiber von New Work“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Digitale Technologien ermöglichen mobiles und selbstbestimmtes Arbeiten, ohne an feste Zeiten und Orte gebunden zu sein. Viele Erwerbstätige stellen heutzutage nicht allein die Karriere in den Mittelpunkt, sondern wollen Erfolg im Beruf mit Zeit für Familie und Privatleben verbinden.“ Berg betont die breite Zuversicht, die allgemein mit der Digitalisierung des Arbeitslebens einhergeht: „Eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Berufstätigen sieht in der Digitalisierung eine Chance. Und die meisten derjenigen, die eher eine Gefahr sehen, blicken dennoch optimistisch in die Zukunft und halten ihren Arbeitsplatz auch langfristig für sicher.“

Digitalkompetenz wird immer wichtiger für beruflichen Erfolg

Im Job wird Digitalkompetenz immer mehr zur Schlüsselqualifikation. 30 Prozent (2017: acht Prozent) meinen, Digitalkompetenz werde künftig die wichtigste Fähigkeit überhaupt für ihren Arbeitsplatz sein. Dass Digitalkompetenz hingegen künftig von untergeordneter Bedeutung sein werde, glaubt mittlerweile niemand mehr. 2017 waren es noch elf Prozent.

New Work: Persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche

Mit New Work verbinden Berufstätige persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche. Auf persönlicher Ebene möchten sich 96 Prozent ihre Arbeitszeit frei einteilen können. 94 Prozent sagen, dass es ihnen wichtig ist, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. 93 Prozent wünschen sich flache Hierarchien. 90 Prozent möchten ihre Leistungs- und Lernziele selbst festlegen. Aber auch Vereinbarkeit von Beruf und Familie (82 Prozent) und regelmäßig wechselnde Arbeitsaufgaben (71 Prozent) stehen hoch im Kurs. 96 Prozent bekräftigen, ihr Arbeitgeber sollte Werte vertreten, mit denen sie sich identifizieren können und 92 Prozent finden, ihr Arbeitgeber sollte gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Bitkom Studie New Work
Grafik: Bitkom. Hier klicken, um die Grafik in voller Größe anzuzeigen. 

Gleichstellung ist auch Männern wichtig

Die Gleichstellung der Geschlechter ist Berufstätigen ein wichtiges Anliegen. Praktisch alle (97 Prozent) fordern, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden sollten. Diese Forderung wird von Frauen und Männern gleichermaßen erhoben. Acht von zehn (79 Prozent) meinen, dass divers zusammengesetzte Teams, etwa mit Unterschieden in Geschlecht, Alter oder Herkunft, bessere Arbeitsergebnisse liefern. In den Chefetagen ist das Thema nach Meinung der meisten angekommen: Neun von zehn (87 Prozent) sagen, ihr Arbeitgeber nehme das Thema Gleichstellung ernst. Allerdings erklären lediglich sechs von zehn (57 Prozent), bei ihrem Arbeitgeber gebe es Frauen in Führungspositionen.

Zettel und Stift sind in deutschen Büros präsenter als Smartphone und Laptop

Schreibmaterialien, Locher und Klammeraffe sind noch immer Grundausstattung an jedem Büroarbeitsplatz, gaben jeweils 97 Prozent an. Sieben von zehn Büroarbeiter (69 Prozent) verfügen über Klebezettel, um Nachrichten zu übermitteln oder Notizen zu hinterlassen. An sieben von zehn Büroarbeitsplätzen (72 Prozent) gibt es noch auf Faxgeräte Zugriff. Die mobilen Arbeitsmittel der digitalen Welt – Smartphone (65 Prozent), Laptop (55 Prozent) und Tablet (34 Prozent) – rangieren teils deutlich dahinter.

Fast jeder Zweite fordert ein Recht auf Homeoffice

Mit dem Thema New Work verknüpfen Berufstätige auch konkrete Erwartungen an die Politik. 91 Prozent fordern, dass sich auch Selbstständige verpflichtend fürs Alter absichern sollten. Knapp drei Viertel (74 Prozent) sagen, dass die Regelungen zur Beteiligung von Mitarbeitern am finanziellen Erfolg von Unternehmen vereinfacht werden sollten. 63 Prozent befürworten gelockerte Regelungen zum Arbeitsschutz, um Homeoffice zu erleichtern und es Startups leichter zu machen.

Frage der Arbeitszeiterfassung spaltet Berufstätige

Gespalten sind Berufstätige in der Frage, ob ihre Arbeitszeit genau dokumentiert werden sollte oder nicht. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Mai 2019 müssen künftig alle Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch erfassen. Wenn die Berufstätigen selbst wählen könnten, würden 53 Prozent lieber das Prinzip der Vertrauensarbeitszeit bevorzugen. Dagegen befürworten 41 Prozent die genaue Arbeitszeiterfassung. (wag)

Die Präsentation zur Studie können Sie sich auf der Website des Bitkom ansehen (externer Link, PDF).


Kontakt zum Bitkom

Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
Albrechtstraße 10
10117 Berlin-Mitte
Tel.: +49 30 275760
Fax: +49 30 27576 409
E-Mail: bitkom@bitkom.org
Website: www.bitkom.org

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