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Umfrage des BDI: Wenige Unternehmen setzen auf stärkere wirtschaftliche Datennutzung

BDI-Umfrage
Wenige Unternehmen setzen auf wirtschaftliche Datennutzung

Datennutzung und Datenmanagement: Viele Unternehmen im Mittelstand hinken hinterher
Viele mittelständische Unternehmen verzichten noch immer auf eine explizite Nutzung ihrer Daten.
Bild: WrightStudio/stock. adobe.com

Die deutsche Wirtschaft beklagt auf dem Weg zu datengetriebenen Geschäftsmodellen zahlreiche Hemmnisse. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des IW Köln im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Bei der „Data Readiness“ gibt es große Unterschiede zwischen den Unternehmen. Nur knapp ein Drittel (28 %) weist einen hohen Digitalisierungs-Stand beim eigenen Datenmanagement auf. Der BDI hat aber ein paar Vorschläge, welche Maßnahmen getroffen werden können.

Für die Studie „Datenwirtschaft in Deutschland – Wo stehen die Unternehmen in der Datennutzung und was sind ihre größten Hemmnisse?“ wurden 500 Unternehmen aus dem Verbund Industrie und unternehmensnahe Dienstleister befragt.

Mehr als die Hälfte der als „digital“ eingestuften Unternehmen erkennt in der zusätzlichen Nutzung externer Daten einen hohen Mehrwert für sich.

Doch warum setzen viele Unternehmen nicht auf eine stärkere wirtschaftliche Datennutzung? Das hat mehrere Gründe:

  • 91 % haben die Sorge, dass unautorisierte Dritte Zugriff auf ihre Daten erhalten.
  • Fast ebenso viele (85 %) bezeichnen „datenschutzrechtliche Grauzonen“ als weitere zentrale Hürde.
  • 73 % beklagen die fehlende Rechtssicherheit bei der Anonymisierung von Daten.

Die große Mehrheit der Unternehmen (86 %) lehnt die Einführung einer Datenteilungspflicht ab. Bei der Datenteilungspflicht handelt es sich um eine Verpflichtung für marktbeherrschende Unternehmen, ihre Daten mit anderen Firmen oder öffentlichen Organisationen zu teilen. Die Bundesregierung möchte dies laut ihrer Datenstrategie prüfen.

Gaia-X soll Cloud-Lösungen und Datenanwendungen vorantreiben

Geht es nach der Bundesregierung, soll das europäische Cloud-Projekt Gaia-X die Verbreitung von Cloud-Lösungen und Datenanwendungen in Deutschland und der EU maßgeblich vorantreiben. Vor allem bei kleineren Unternehmen ist Gaia-X aber relativ unbekannt, zeigen die Ergebnisse der Befragung: Nur vier Prozent der Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten gaben an, das Vorhaben zu kennen. Bei größeren Unternehmen liegt der Bekanntheitsgrad bei immerhin 54 Prozent.

BDI leitet aus Befragung zur Datennutzung Maßnahmen ab

Der BDI hat aus den Ergebnissen der repräsentativen Befragung diese Maßnahmen zur Stärkung der Datenwirtschaft abgeleitet:

  1. Die Politik und die Datenschutzbehörden müssen bestehende datenschutzrechtliche Hemmnisse abbauen. Dies kann etwa durch rechtssichere Prozesse zur Anonymisierung und Pseudonymisierung personenbezogener Daten erreicht werden.
  2. Datenteilungspflichten müssen vermieden werden; sie nehmen Unternehmen den Anreiz zur digitalen Transformation.
  3. Marktreife Anwendungen für Gaia-X sind zügig verfügbar zu machen, damit sich digitale Geschäftsmodelle auf Basis eines sicheren Datenaustauschs zwischen Unternehmen entwickeln.
  4. Politik, digital affine Unternehmen und Verbände müssen die Vorteile datengetriebener Geschäftsmodelle gemeinsam deutlicher herausstellen. Nur so könne die Datennutzung und die Bereitschaft zum Datenaustausch insbesondere im Mittelstand erhöht werden.

Kontakt zum BDI

Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: +49 30 2028 0
E-Mail: info@bdi.eu
Website: www.bdi.eu

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