Die Zukunft gehört Robotics 3.0

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Die Zukunft gehört Robotics 3.0

Für das Jahr 2021 werden dann die ersten Szenen aus Science-Ficition-Filmen Realität, in denen intelligente Roboteragenten andere Roboter überwachen und koordinieren – zumindest, wenn es nach den Vorhersagen von IDC geht. Werkbild Kuka
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Auch Roboter beziehen künftig ihre künstliche Intelligenz aus der Cloud. Experten sprechen von Robotik 3.0 und intelligenten Robotern, die sich durch umfassende Sensorik und Konnektivität sowie autonome Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Lernen auszeichnen. Diese Entwicklungen werden tiefgreifende Auswirkungen auf Industrie‐ und Serviceroboter haben ‐ sowohl im kommerziellen als auch im privaten Bereich. Die Marktforscher von IDC haben die wichtigsten Trends zu „Robotics“, „Künstlicher Intelligenz“ (KI) und „Analytics“ jetzt zusammengefasst.

Um der wachsenden Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein, überbieten sich die führenden Anbieter von Robotertechnologie derzeit mit der Entwicklung und Integration von KI‐Fähigkeiten in ihre Produkte. Selbst für erfahrene Anwender von Robotern wird es immer schwerer, die Entwicklungen zu beobachten und einzustufen. Um Technologieeinkäufern einen gezielten Ausblick auf die bevorstehende Ära der Robotik mit künstlicher Intelligenz bieten zu können, haben IDC Analysten aus den Bereichen Robotics, Künstliche Intelligenz und Analytics einen Blick in die Zukunft gewagt.

2020 werden Industrie-Roboter über mindestens eine intelligente Funktion verfügen

Sie erwarten, dass die Akzeptanz von Robotern bis zum Jahr 2019 um ein Drittel zunehmen wird. 60 Prozent der G2000‐Hightech‐Hersteller werden zu diesem Zeitpunkt Industrieroboter in der Fertigung einsetzen, prognostizieren die Analysten. Zu diesem Zeitpunkt werden 25 Prozent der mobilen Robotersysteme die Möglichkeit bieten, modulare Komponenten hinzuzufügen, die mehrere Anwendungen auf derselben mobilen Plattform ermöglichen und so eine Produktivitäts‐ und Effizienzsteigerung von bis zu 30 Prozent ermöglichen.

Nur ein Jahr später, im Jahr 2020, erwarten die IDC-Experten, dass 45 Prozent der neu eingesetzten Industrieroboter mit mindestens einer intelligenten Funktion wie etwa „Predictive Analytics“, Selbstdiagnose, Peer‐Learning oder autonomer Wahrnehmung ausgestattet sein. Der Weltmarkt für mobile Sicherheitsroboter wird den Analysten zufolge bis 2020 um fast 300 Prozent wachsen. 30 Prozent der mobilen Sicherheitsroboter sollen zu diesem Zeitpunkt je nach Bedarf mit Onboard‐Drohnen ausgerüstet sein.

Überhaupt ist 2020 nach Ansicht der IDC-Forscher ein wichtiges Jahr für die Roboterindustrie. So rechnen die Experten damit, dass sich in drei Jahren 30 Prozent der Top 100 Handelsunternehmen weltweit Roboter im Fulfillment‐Prozess für den Ship-from‐Store‐Prozess einsetzen und so die Kosten für Bestellungen von Waren aus dem Ladengeschäft um bis zu 20 Prozent senken. Kein Wunder also, wenn darüber hinaus damit zu rechnen ist, dass sich die Ausgaben für Drohnen‐Hardware, ‐Software und ‐Dienstleistungen in den Rohstoffindustrien, in denen Drohnen eingesetzt werden um die Infrastruktur für Öl‐, Gas‐ und Kohlefördergebiete zu erfassen, zu planen und beispielsweise Tausende von Hektar Erntefläche zu überwachen, auf über eine Milliarde US‐Dollar belaufen werden.

Intelligente Roboteragenten werden andere Roboter kontrollieren

Für das Jahr 2021 werden dann die ersten Szenen aus Science-Ficition-Filmen Realität, in denen intelligente Roboteragenten andere Roboter überwachen und koordinieren – zumindest, wenn es nach den Vorhersagen von IDC geht. Diese Konstellation soll die Gesamteffizienz von Industrierobotern um 30 Prozent steigern. Auf 30 Prozent schätzen die Analysten auch den Anteil der G2000-Hersteller, die cyberphysikalische Roboter einsetzen, um ihre Produktivität um 10 bis 30 Prozent zu steigern.

Bis zu diesem Zeitpunkt wird sich dann mit „Robot as a Service“ ein komplett neuer Markt entwickelt haben, in dem nach Auffassung von IDC fast die Hälfte (45 Prozent) aller Roboter-Einsätze abgewickelt werden. So werde es in Zeiten schwankender Nachfrage möglich schnell zu skalieren und so den Einsatz von Robotern buchhalterisch von einer CAPEX‐ in eine OPEX‐Aufwendung zu verlagern, glauben die Analysten. Unter CAPEX werden Investitionen zusammengefasst, die längerfristige Aktiva entstehen lassen, wie Maschinen, Gebäude oder IT-Systeme. OPEX hingegen sind kurzfristige bilanzielle Positionen wie Kosten für Material und Personal. In vier Jahren soll sich auch der Markt für Consumer‐Roboter verdoppelt haben und die nächste Generation von KI‐basierten Robotern, die sich weniger auf physische Aufgaben und mehr auf das Lehren und Interagieren mit Familienmitgliedern konzentrieren, wird damit begonnen haben, in die Haushalte einzuziehen und so die Lebensqualität zu verbessern.

Dabei wird eine Menge Geld in den Fortschritt investiert. Mehr als die Hälfte (etwa 50,7 Mrd. US‐Dollar) der weltweiten Investitionen in Robotik in diesem Jahr und auch während des gesamten Prognosezeitraums bis 2021 wird auf Robotik‐Systeme, Aftermarket‐Robotik‐Hardware und Systemhardware entfallen, ist man sich bei IDC sicher. Die Ausgaben für Dienstleistungen, die sich auf die Bereiche Anwendungsmanagement, Training und Education, Hardwareimplementierung, Systemintegration und Beratung erstrecken, liegen schon 2017 bei mehr als 24 Milliarden US‐Dollar, während die Investitionen in Befehls‐ und Kontrollfunktionen, spezifische Robotik-Anwendungen und Software für die Netzwerkinfrastruktur zirka 15,2 Milliarden US‐Dollar erreichen. Investitionen in Drohnen und Drohnen‐Zubehör werden in diesem Jahr ein Volumen von knapp 7 Milliarden US‐Dollar aufweisen und repräsentieren gleichzeitig die am schnellsten wachsenden Kategorien hinsichtlich der Ausgaben für Robotik.

Einsatzbereiche in der diskreten Fertigungsindustrie

„Roboter mit innovativen Fähigkeiten wie Benutzerfreundlichkeit, Selbstdiagnose, Zero Downtime, Lernfähigkeit und Adaption sowie kognitive Interaktionen treiben die Verbreitung der Robotik auch in der Fertigungs- und Rohstoffindustrie hierzulande voran und ermöglichen neue, spannende Anwendungen im Gesundheitswesen, in Versicherungen, im Bildungswesen und im Einzelhandel“, ist Wafa Moussavi‐Amin, Analyst und Geschäftsführer bei IDC, überzeugt. Die Anwendungsfälle, die global gesehen den größten Teil der Robotik‐Investitionen ausmachten, würden von den jeweiligen Industrien getrieben. So geht IDC beispielsweise davon aus, dass die Einsatzbereiche in der diskreten Fertigungsindustrie primär auf in den Disziplinen Montage, Schweißen und Lackieren liegen werden. Ein typischer Anwendungsfall in der Prozessindustrie ist das Anmischen. „Andere Robotik‐Anwendungen, die die Investitionen antreiben, sehen wir im Bergbau und im Großhandel (Pick and Pack)“, erklärt Moussavi-Amin. Es werde spannend sein zu beobachten, wie schnell Westeuropa und damit auch Deutschland zu Vorreitern wie Asia‐Pacific, Japan und die USA aufschließen könne. (ig)

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