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Schneller Wandel durch neue Technologien

Einsatz neuer Technologien
Industrie rechnet mit schnellerem Wandel

58 Prozent der von McKinsey befragten Unternehmen rechnen damit, dass zehn bis 30 Prozent der Arbeitsplätze sich verändern werden – durch neue Aufgabe oder den Wegfall einzelner Tätigkeiten. Bild: DOG GmbH
Vorstände und Unternehmensentscheider aus der Industrie erwarten, dass sich ihre Branchen in den nächsten fünf Jahren stärker verändern als in allen vergangenen Jahrzehnten. 85 Prozent der Verantwortlichen aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Luftfahrt- und Verteidigungsbranche gehen davon aus, dass technologische Durchbrüche wie künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge und datenbasierte Geschäftsmodelle ihr Unternehmen komplett verändern werden.

Drei von vier Verantwortlichen nennen vor allem die Geschwindigkeit des Wandels als wesentlichen Faktor. Fast jeder Zweite hält auch das Ausmaß der Veränderung für noch nie dagewesen. Gleichzeitig fühlen sich die traditionellen Unternehmen schlecht auf den Wandel vorbereitet – vor allen wenn es darum geht, neue digitale Geschäftsmodelle aufzubauen und die dafür notwendigen Talente zu gewinnen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer weltweiten Befragung von über 300 Top-Entscheidern aus der Industrie mit dem Titel „Disruptive forces in the industrial sector – a global executive survey“ von McKinsey & Company.

Mittelmäßiges Smartphone schneller als früher der Supercomputer

„Natürlich gab es auch früher Entwicklungssprünge in der Industrie. Doch diesmal verändert sich nicht nur die Technologie, sondern für alle Unternehmen auch das fundamentale Geschäftsmodell“, fasst Thomas Baumgartner, Leiter der europäischen Beratung für Industrieunternehmen bei McKinsey, zusammen. 47 Prozent der befragten Firmen erwarteten beispielsweise, dass neue Abrechnungsmodelle wie das Bezahlen je Benutzung (pay per use) in Zukunft viel stärker eingesetzt würden. Neun von zehn Unternehmen gingen davon aus, dass in ihren Markt neue Wettbewerber eindrängen– zum Beispiel aus der Digitalindustrie, Startups oder aus China. Dennoch gebe es auch viel Optimismus: Jedes zweite Unternehmen rechne für die Gesamtindustrie mit steigenden Umsätzen. „Noch ist unklar, ob sich die traditionellen Unternehmen diese zusätzlichen Umsätze sichern werden oder die neuen Wettbewerber“, so Baumgartner weiter.

Drei grundlegende Technologiesprünge treiben die Veränderung voran, so die Studie:

  • Erstens sind mehr Daten, die wirtschaftlich genutzt werden können, vorhanden. 90 Prozent aller gespeicherten Daten wurden in den letzten zwei Jahren erzeugt.
  • Zweitens hat die Rechengeschwindigkeit der Computer exponentiell zugenommen: Ein heutiges Mittelklasse-Smartphone ist zehnmal schneller als der Supercomputer, der 1997 erstmals einen Schachweltmeister schlug.
  • Drittens vernetzt sich die Welt immer stärker: 20 Milliarden Geräte hängen nun am Internet, jeden Tag kommen 50 Millionen hinzu.

Daraus entstehen laut McKinsey schneller Folge Innovationen: In der Automobilindustrie würden mit Mobilitätsdienstleistungen beispielsweise heute 30 Milliarden US-Dollar umgesetzt, 2025 würden es fast 400 Milliarden. sein. Der Markt für Cybersecurity-Anwendungen werde sich von heute 96 Milliarden auf 210 Milliarden US-Dollar in den kommenden sieben Jahren mehr als verdoppeln.

„Unternehmen, die diesen Wandel nicht aktiv angehen, riskieren sehr schnell aus dem Markt gedrängt zu werden“, ist Bernd Heid, Co-Autor der Studie und Seniorpartner von McKinsey, überzeugt. Daher rechne mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen damit, zwischen 10 und 30 Prozent ihrer Budgets umschichten zu müssen; ein Drittel wolle sogar mehr als 30 Prozent neu verteilen. Im langfristigen Durchschnitt hätten Firmen nur sechs bis zehn Prozent ihrer Budgets jährlich umgeschichtet – es werde also eine dramatische Beschleunigung zu sehen sein.

Umbauprogramme bereits angestoßen

58 Prozent der von McKinsey befragten Unternehmen rechnen damit, dass zehn bis 30 Prozent der Arbeitsplätze sich verändern werden – durch neue Aufgabe oder den Wegfall einzelner Tätigkeiten; ein Drittel geht von mehr als 30 Prozent betroffenen Mitarbeitern aus. „Die Industrie sucht händeringend Software- und Datenspezialisten“, berichtet Heid. Allein in den USA würden für die Software in Autos bis zu 100.000 zusätzliche Experten benötigt.

Sechs von zehn Unternehmen haben bereits Umbauprogramme angestoßen; ein Drittel geht den Wandel durch die Gründung von Startups an. „Die Schnelligkeit und das Ausmaß des Wandels erfordern einen mutigen Umbau“, kommentiert Thomas Baumgartner. „Einzelne Pilotprojekte und die Gründung von Startups oder Inkubatoren können helfen, die Veränderung anzuschieben.“ Doch für den langfristigen Erfolg müsse der Umbau ‚at scale‘, also im großen Maßstab, erfolgen, ist der Experte sicher.  (ig)


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