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Studie von Brainloop: Deutsche Aufsichtsräte werden aktiver und diverser

Management
Studie: Deutsche Aufsichtsräte werden aktiver und diverser

Aufsichtsräte im Gespräch
Laut einer Studie von Brainloop werden deutsche Aufsichtsräte diverser und aktiver. (Symbolbild)
Bild: Adam Gregor/stock.adobe.com
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Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Effizienzprüfung und Brainloop, Anbieter von Cloud-Lösungen für Modern Governance, führt fast ein Drittel der DAX-Aufsichtsräte regelmäßig Strategieworkshops zu Zukunftsthemen durch und nehmen so aktivere Rolle für das Unternehmen ein. Außerdem ist seit 2010 die Frauenquote in DAX-Aufsichtsräten von 14,4 Prozent auf 36,5 Prozent (2019) gestiegen.

Die Studie besagt außerdem, dass im gleichen Zeitraum der Anteil ausländischer Aufsichtsratsmitglieder von 12,6 auf 20,8 Prozent zugenommen hat. Die Auswertung basiert auf einer Analyse der für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlichten Informationen zu den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen.

Aufsichtsräte sind zunehmend strategisch tätig 27,6 Prozent der DAX-Aufsichtsräte verfügen über einen ständigen Strategieausschuss. 31 Prozent führen regelmäßig Strategieworkshops teils über mehrere Tage durch, bei denen tiefgehende strategische Diskussion unabhängig von der Tagesagenda geführt werden können. Ausschüsse für einzelne Kernthemen wie Digitalisierung (17,2 Prozent) und Nachhaltigkeit (6,9 Prozent) bilden noch die Ausnahme.

Aufsichtsratsmitglieder verstehen sich als Interessenvertreter

Jedoch gewinnen solche Expertenkomitees in der Praxis an Bedeutung. Die neuen Anforderungen an Aufsichtsratsmitglieder zeigen sich auch in der Besetzung: Knapp ein Viertel der DAX-Aufsichtsräte (24,1 Prozent) stellen inzwischen eine Kompetenzmatrix bereit, auf deren Basis externe Adressaten die individuellen Kompetenzfelder eines jeden Aufsichtsratsmitglieds erkennen können. Zwei Drittel der Unternehmen (66,7 Prozent) begründen einen Wahlvorschlag an die Hauptversammlung.

„Nicht wenige Aufsichtsratsmitglieder verstehen sich heute noch immer eher als Interessenvertreter denn als Mitglied in einem High Performance Board, das als Ergänzung und Gegengewicht zum Vorstand einen hohen Leistungsanspruch an sich und seine Mitglieder haben sollte. Doch immer häufiger stellen Gremien sich die Frage, wie die Teamleistung gesteigert und welchen Beitrag jedes einzelne Aufsichtsratsmitglied zur Teamleistung haben sollte.

Der Schlüssel hierfür liegt in systematischen Nachfolge- und Besetzungsprozessen sowie einer regelmäßigen und kritischen Selbstbeurteilung“, rät Prof. Dr. Peter Ruhwedel, der Aufsichtsräte seit vielen Jahren bei der Evaluierung und Weiterentwicklung unterstützt.

„Unternehmen stehen aktuell vor langfristigen Herausforderungen wie der Digitalisierung und unmittelbar zu bewältigenden Problemen durch die Corona-Pandemie. In vielen Fällen werden strategische Neuausrichtungen unvermeidbar sein, sie können aber auch neue Chancen bedeuten. Der Aufsichtsrat nimmt dabei heute eine wesentlich aktivere und gestaltende Rolle ein. Als führender Premium-Anbieter von hochsicheren Cloud-Lösungen zur Gremienkommunikation und den Austausch hochvertraulicher Dokumente unterstützen wir bei Brainloop Aufsichtsräte dabei, diese Aufgaben zu meistern und ihre Unternehmen in die Zukunft zu führen“, sagt Arne Petersen, Vorstand & Chief Commercial Officer der Brainloop AG.

Diversity: positive Entwicklung mit Verbesserungspotential

Mit einer Frauenquote von 36,5 Prozent und einem Anteil internationaler Aufsichtsratsmitglieder von 20,8 Prozent sind die Gremien heute wesentlich diverser besetzt als noch vor wenigen Jahren. Doch es gibt immer noch Handlungsbedarf. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Frauen bei der Leitung von Ausschüssen mit 13,3 Prozent noch immer stark unterrepräsentiert sind. Mit dem Aufsichtsrat von Henkel hat nur ein einziger eine weibliche Vorsitzende.

Trotz der bereits erreichten Verbesserungen – im Schnitt erreichen DAX-Unternehmen einen Diversitätsindex von 0,58 – sind weitere Maßnahmen nötig, um die Diversität der Gremien weiter auszubauen. Die Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft ist ein Grund, warum beispielsweise der Anteil internationaler Aufsichtsratsmitglieder gesteigert werden sollte. Drei DAX-Unternehmen haben ihre Aufsichtsräte allerdings noch immer ohne ein ausländisches Mitglied besetzt.

Der Altersdurchschnitt der untersuchten Gremien beträgt 58 Jahre. Unter allen DAX-Unternehmen gibt es nur neun Aufsichtsratsmitglieder, die unter 40 Jahre alt sind, dagegen sind 31 Mitglieder über 70. Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation sollte auch ein stärkerer Fokus auf die Altersdiversität gelegt werden.

Vergütung von Aufsichtsratsarbeit

Im DAX herrscht eine breite Spreizung der Bezüge von Aufsichtsratsmitgliedern. Beim jüngsten Mitglied des Index Delivery Hero liegt die durchschnittliche Vergütung ohne Berücksichtigung des Aufsichtsratsvorsitzenden bei 22.400 Euro, bei der Deutschen Bank bei 274.300 Euro. Rechnerisch erhalten die BASF-Aufsichtsratsmitglieder (16.403 Euro) pro Sitzung fast das Zehnfache der Mitglieder im Delivery Hero-Aufsichtsrat (1.769 Euro). Auch bei den Aufsichtsratsvorsitzenden bewegen sich die Bezüge in einem weiten Spektrum von Merck mit 97.750 Euro bis zu VW mit 925.500 Euro. (ag)

Die vollständige Studie, einschließlich einiger Best-Practice-Beispiele, erhalten per E-Mail bei brainloopde@hotwireglobal.com.


Kontakt zu Brainloop

Brainloop Aktiengesellschaft
Mühldorfstraße 8a
81671 München
Germany
Tel.: +49 89 4446 990
E-Mail: info@brainloop.de
Website: www.brainloop.de

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