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Porsche und Joint-Venture-Partner Customcells gründen Hochleistungsbatterie-Unternehmen Cellforce

Hochleistungs-Batterien
Porsche und Customcells gründen Cellforce Group GmbH

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG und Winfried Kretschmann, MP von Baden-Württemberg
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG und Winfried Kretschmann, MP von Baden-Württemberg, bei der Bekanntgabe in Weissach.
Bild: Porsche
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Porsche investiert eine hohe zweistellige Millionen-Summe in die neue Cellforce Group GmbH. Den Einstieg in die Fertigung von Hochleistungs-Batteriezellen haben Porsche und der Joint-Venture-Partner Customcells jetzt bekanntgegeben. Der Porsche-Vorstandsvorsitzende Oliver Blume sieht in der Batteriezelle den „Brennraum der Zukunft“.

Die Cellforce Group ist eine neue Tochtergesellschaft von Porsche und soll „die Forschung, Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Hochleistungszellen maßgeblich vorantreiben“, sagt Blume.

Sitz der Cellforce Group, an dem Porsche eine Mehrheitsbeteiligung von 83,75 Prozent hält, ist Tübingen. Die Universitätsstadt ist auch in der engeren Auswahl für den Standort der Batteriefabrik, die in räumlicher Nähe zum Entwicklungszentrum Weissach und dem Stammsitz der Porsche AG in Stuttgart-Zuffenhausen angesiedelt werden soll.

Derzeit besteht die Belegschaft aus 13 gemeinsam gestellten Mitarbeitern. Das soll sich aber bis 2025 ändern. Dann sollen bereits 80 Personen im Joint Venture arbeiten. Das Vorhaben wird von der Bundesrepublik und dem Land Baden-Württemberg mit rund 60 Mio. Euro gefördert.

Produktionsanlage soll mindestens 100 MWh pro Jahr erreichen

„Die geplante Produktionsanlage soll eine Kapazität von mindestens 100 MWh pro Jahr erreichen. Das entspricht Hochleistungs-Batteriezellen für 1.000 Fahrzeuge“, sagt Torge Thönnessen, CEO von Customcells.

Für Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann sendeten Porsche und Customcells mit der Gründung von Cellforce „ein wichtiges Signal“, denn die Elektrifizierung sei eine der zentralen Säulen der Energie- und Verkehrswende und die modernen Speichertechnologien eine Schlüsseltechnologie der Zukunft.

„In Tübingen haben sich schon immer exzellente Forschung mit wirtschaftlicher Umsetzung und Marktreife ideal ergänzt“, sagt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Seiner Ansicht nach passten die Hochleistungs-Batteriezellen „auch ganz hervorragend zu unserem ehrgeizigem Klimaschutzprogramm, bis 2030 CO2-neutral zu werden“. Dies könne nur gelingen, indem man wirtschaftliches Wachstum mit ökologischem Fortschritt verknüpfe.

Porsche entwickelt Technik weiterhin selbst

„Bis heute kann man die Technik, die den Kern unserer Hochleistungssportwagen ausmacht, nicht zukaufen. Wir entwickeln sie selbst“, sagt Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner. Es sei daher nur logisch, dass man bei Porsche auch die Batteriezelle selbst entwickelt und baut.

Die Hochleistungstechnologie soll zunächst im „härtesten Wettbewerbsumfeld“ erprobt werden – dem Motorsport.

Sechs Prozent mehr Reichweite durch effizientere Wechselrichter

Bei den neuen Hochleistungszellen setzt man auf Silizium als Anoden-Material. Dadurch ließe sich die Energiedichte gegenüber aktuellen Serienbatterien erheblich steigern, außerdem sei eine kompaktere Bauweise möglich. Die Cellforce-Batteriezelle soll höhere Temperaturen besser vertragen und schneller aufgeladen sein.

Als Zellentwicklungspartner konnte BASF gewonnen werden. Das Chemieunternehmen stellt hochenergetische HEDTM NCM-Kathodenmaterialien für Hochleistungszellen zur Verfügung. Diese sollen ein schnelles Laden und eine hohe Energiedichte ermöglichen.

Cellforce-Verträge wurden am 21. Mai unterschrieben

Die Verträge zwischen Porsche und Customcells wurden am 21. Mai 2021 unterzeichnet. Als Geschäftsführer der neuen Cellforce Group GmbH wurden seitens Porsche Markus Gräf als Chief Operating Officer und Wolfgang Hüsken als Chief Financial Officer sowie von Customcells Torge Thönnessen als Chief Technology Officer benannt.

Customcells hat sich auf die Entwicklung spezieller Lithium-Ionen-Batteriezellen spezialisiert. An den Unternehmensstandorten in Itzehoe (Schleswig-Holstein) sowie in Tübingen (Baden-Württemberg) entwickelt und produziert Customcells anwendungsspezifische Batteriezellen von Prototypen bis hin zu Klein- und Mittelserien.

Seit ihrer Gründung 2012 hat Customcells wichtiges Know-how im Bereich der Zellentwicklung mit vielfältigen Materialien (Kathoden, Anoden, Separatoren, Elektrolyte) und Beschichtungstechnologien aufgebaut. (wag)

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