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Neue Wachstumsstrategie: Midea nimmt Kuka von der Börse

Neue Wachstumsstrategie bis 2025
Kuka soll künftig außerhalb der Börse wachsen

Midea will Kuka von der Börse nehmen und die Investitionen in F&E um 15 % erhöhen. Bild: Kuka

Midea will Kuka im Zuge eines Squeeze-Out von der Börse nehmen und seiner Tochter gleichzeitig mehr Geld für Forschung & Entwicklung geben. Der Augsburger Roboterbauer soll sich so besser auf das operative Geschäft konzentrieren und seine Führungsrolle in der roboterbasierten Automatisierung bis 2025 deutlich schärfen.

Wie es in einer Mitteilung heißt, soll Kuka künftig im Rahmen eines Wachstumsplanes seine Robotik-Expertise und sein Applikations-Know-how weltweit und über alle Geschäftsbereiche hinweg bündeln. Dazu zähle ein übergreifendes Portfolio mit regional angepassten Produkten und Lösungen für Wachstumsbranchen in Robotik und Logistik, wie etwa E-Commerce und Retail. Schnell wachsende Märkte für Kuka und Kuka-Tochter Swisslog sollen so gezielt gestärkt und die Koordination zwischen den Ländern noch enger abgestimmt werden.

Um dies zu erreichen, will Midea die Investitionen für Forschung und Entwicklung in Augsburg bis 2025 gegenüber 2021 um mindestens 15% erhöhen. Im Zuge eines Squeeze-Out soll Kuka zudem vom Börsenparkett verschwinden. Midea hält derzeit bereits einen Anteil von über 95% aller Kuka-Aktien. Wie das Unternehmen erklärt, bringe die derzeitige Börsennotierung keine wesentlichen Vorteile für Kuka mit sich, da das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen gering sei. Außerdem sei Kuka aufgrund seines geringen Streubesitzes nicht mehr in wichtigen Indizes vertreten. Als Unternehmen ohne Börsennotierung sei Kuka überdies von administrativen Anforderungen befreit, könne agiler handeln und sich besser auf die Umsetzung der Strategie und das operative Geschäft konzentrieren.

Das A in Kuka steht auch weiterhin für Augsburg

Positiv für die Kuka-Mitarbeiter: Die Punkte der 2016 geschlossenen Investoren- und Ringfencing-Vereinbarungen sollen auch weiterhin gewahrt und respektiert werden. Der Hauptsitz von Kuka bleibt in Augsburg. Der Standort soll zudem das Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum für Technologien mit zentralen Innovationsprojekten wie der Entwicklung des Betriebs- und Ecosystems iiQKA bleiben. Auch der Produktionsstandort Augsburg wird als integraler Bestandteil der Kuka Fertigungsbasis für EMEA und andere Regionen beibehalten. „Das ‚A‘ in Kuka wird auch weiterhin für Augsburg stehen“, so Dr. Andy Gu, Vorsitzender des Kuka-Aufsichtsrats und Vizepräsident der Midea Group.

KUKA-Tochter Swisslog passt regionale Strukturen an

Michael Leppek, Stellvertretender Vorsitzender des Kuka Aufsichtsrates und Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmer, zeigt sich mit den Plänen einverstanden: „Mit der neuen Strategie wurde ein Kompromiss erzielt. Wir geben eine wenig effektive Börsennotierung auf gegen einen gemeinsamen Wachstumsplan und eine Geschäftsvision sowie langfristige Zusagen für Kuka mit dem Schwerpunkt auf Produktion und Technologien. Diese Fokussierung hat Priorität, um die Zukunft von Kuka zu sichern. Ziel der Vereinbarung ist es, den Standort Augsburg und damit die Arbeitsplätze in der Region über das Jahr 2023 hinaus zu schützen.“

Kuka will Automatisierung vereinfachen

Der Wachstumsplan, so heißt es weiter, stehe außerdem in Einklang mit Kukas Ziel, Automatisierung bis 2030 einfacher und intuitiver und damit für alle zugänglich zu machen. Die Programmierung eines Roboters werde dann so einfach sein wie heute die Arbeit an einem Laptop oder Smartphone. Hier arbeitet Kuka an einem Betriebssystem der Zukunft, bei dem die einfache Bedienung und intuitive Handhabung von Automatisierungslösungen im Vordergrund steht.

„Unser Ziel ist eine führende Rolle in der roboterbasierten Automatisierung bis 2025“

Kuka-CEO Peter Mohnen

„Kuka hat den Turnaround geschafft und einen klaren Wachstumsweg eingeschlagen. So erwarten wir für 2021 einen Umsatz von rund 3,1 Mrd. Euro sowie ein EBIT von rund 60 Mio. Euro. Erste Anzeichen lassen uns auch für die Geschäftsentwicklung über 2021 hinaus optimistisch sein. Für 2022 sind wir optimistisch, dass sich dieser positive Trend fortsetzen wird“, erklärte Kuka-CEO Peter Mohnen und fügte an: „Unser Ziel ist eine führende Rolle in der roboterbasierten Automatisierung bis 2025“, so Peter Mohnen. „Dafür brauchen wir einen klaren Fokus auf Technologieentwicklung und Innovation sowie die volle Unterstützung von Midea. Deshalb verfolgen wir gemeinsam eine langfristige Strategie für Kuka und haben die Rahmenbedingungen dafür festgelegt, mit einem klaren Fokus auf das operative Geschäft. Ich begrüße Mideas Zusage, unsere F&E-Ausgaben in Augsburg erheblich zu erhöhen, um das Wachstum von Kuka noch effektiver voranzutreiben. Diese Entscheidung ermöglicht Kuka, auch an unserem Heimatstandort zu wachsen und als attraktiver und zukunftsorientierter Arbeitgeber Talente zu gewinnen und zu fördern. Mit dem Wachstumsplan 2025 haben wir eine gemeinsame Vision für die Zukunft – deutlich über das Ende der bestehenden Investorenvereinbarung hinaus.“ (kf)

 


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