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Aminwäsche-Verfahren zur CO2-Abtrennung: Thyssenkrupp, Holcim und TU Berlin starten Forschungsprojekt zur CO2-Reduktion

Aminwäsche-Technologie zur CO2-Abscheidung
Thyssenkrupp, Holcim und TU Berlin starten Forschungsprojekt

CO2-Abscheidung mithilfe der Aminwäsche im Holcim-Zementwerk Beckum
Die CO2-Abscheidung mithilfe der Aminwäsche wird mit realem Abgas im Holcim-Zementwerk Beckum getestet.
Bild: Thyssenkrupp Uhde

In der Zementindustrie wird auf vielfältige Weise an der Reduktion von CO2-Emissionen gearbeitet. Der Grund: Auch bei vollständigem Einsatz von erneuerbaren Energien wird bei der Zementherstellung rohstoffbedingt CO2 frei und an die Atmosphäre abgegeben. In einem gemeinsamen Projekt untersuchen die Partner Thyssenkrupp Uhde, Holcim und die  TU Berlin daher den Einsatz neuster Aminwäsche-Technologie zur CO2-Abtrennung.

Ziel ist es, den CO2-Ausstoß von bestehenden Zementanlagen deutlich zu reduzieren und gleichzeitig das abgetrennte CO2 für weitere Anwendungen nutzbar zu machen. Konkret werden unter anderem neue Stoffaustausch-Apparate entwickelt, die den Wirkungsgrad verbessern sollen und widerstandsfähiger gegen Verunreinigungen sind.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert unter dem Förderkennzeichen 03EE5103A.

CO2-Abscheidung mithife eines Aminwäsche-Verfahrens

„Die Aminwäsche wird bereits vielfach eingesetzt, um CO2 aus Prozessgasen oder auch Abgasen zu gewinnen. Nun entwickeln wir die Technologie weiter und optimieren sie für die Zementindustrie“, erklärt Dr. Ralph Kleinschmidt, Head of Technology, Innovation and Sustainability bei Thyssenkrupp Uhde.

„Auch weitere Anwendungen wie z. B. bei Müllverbrennungsanlagen sind möglich, um CO2 direkt an der Quelle auffangen zu können“, so Kleinschmidt weiter.

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Carbon Capture wird eine Notwendigkeit für Zementwerke werden

„Carbon Capture wird in der nahen Zukunft eine Notwendigkeit für Zementwerke sein. Daher suchen wir nach der besten Carbon-Capture-Technologie und testen verschiedene Verfahren“,  betont Arne Stecher, Leiter Dekarbonisierung Holcim Deutschland.

„Die CO2-Abscheidung mittels Aminwäsche ist eine vielversprechende Lösung. Ich freue mich, dass wir den Einsatz des innovativen Verfahrens in der Zementindustrie gemeinsam mit unseren Partnern erproben können“, so Stecher weiter.

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„Innovative Abtrennungstechnologie für die Gasbehandlung zu entwickeln und bestehende Trenntechniken immer effizienter, umweltschonender sowie nachhaltiger zu gestalten und diese zur Anwendung zu bringen, ist eine drängende sowie entscheidende Aufgabe und direkter Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jens-Uwe Repke, Leiter des Fachgebiets Dynamik und Betrieb technischer Anlagen an der TU Berlin. „Diese Aufgabe gelingt nur in enger Kooperation zwischen Industrie und Forschungseinrichtungen wie Universitäten.“

Tests mit realem Abgas im Zementwerk Beckum

Die Leistungsfähigkeit und Effizienz dieser Einrichtungen werden mit realem Abgas im Zementwerk am Standort Beckum getestet. Damit werden die Grundlagen für einen kommerziellen Einsatz gelegt.

Außerdem werden verschiedene Verwendungsmöglichkeiten für das gewonnene CO2 betrachtet, beispielsweise Methanol oder nachhaltige Kraftstoffe. Mit diesem Verfahren wollen die Partner einen Beitrag zur Reduktion von Klimagasen insbesondere bei Bestandsanlagen zur Zementherstellung leisten.

Diese können dann mit Einrichtungen zur Abtrennung des CO2 aus dem Prozessabgas nachgerüstet werden, ohne weitere Anpassungen am Produktionsprozess. (bec)

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