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Deutschland verliert bei Arbeitnehmern an Beliebtheit – Berlin bleibt in der Bundesrepublik auf Platz 1

Studie von BCG, Stepstone und The Network
Deutschland verliert bei Arbeitnehmern an Beliebtheit

Blick auf Berlin und den Fernsehturm. Die Hauptstadt bleibt unter Arbeitnehmern die beliebteste in Deutschland.
Die beliebteste Stadt in Deutschland für Arbeitnehmer bleibt Berlin.
Bild: JFL Photography/ stock.adobe.com
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Deutschland hat als Arbeitgeber-Destination im internationalen Vergleich an Beliebtheit verloren. Dennoch bleibt die Bundesrepublik das angesehenste Land Europas. Das zeigt die Studie „Decoding Global Talent“ von BCG, Stepstone und The Network, für die 208.000 Arbeitnehmer aus 190 Ländern befragt wurden. Deutschland erreichte in der jüngsten Erhebung Platz vier und verlor damit zwei Ränge im Vergleich zur Vorgänger-Studie 2018.

„Auch wenn Deutschland hinter den USA, Kanada und Australien den vierten Rang belegt, sind wir immer noch die Nummer eins unter den nicht-englischsprachigen Ländern“, analysiert Stepstone-CEO Sebastian Dettmers die Ergebnisse der Umfrage. Das zeige, dass der deutsche Arbeitsmarkt international noch immer eine sehr hohe Anziehungskraft hat. „Diese sollte die deutsche Wirtschaft für sich nutzen“, so Dettmers.

Zuwanderung aus anderen Ländern sei nötig, um den Fachkräftemangel zu bewältigen. Erst kürzlich hat das Beratungsunternehmen EY eine Studie veröffentlicht, nach der insbesondere der Mittelstand aktuell einen Mangel an Fachkräften beklagt.

Rainer Strack, Senior Partner bei BCG und Co-Autor der Studie, empfiehlt daher: „Deutsche Unternehmen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen wollen, sollten die Attraktivität des Standorts als Vorteil begreifen und auch verstärkt im Ausland nach Talenten suchen.“

Internationale Mobilität nimmt ab

Immer weniger Arbeitnehmer sind dazu bereit, außerhalb ihres Heimatlands zu arbeiten. Die weltweite Corona-Pandemie hat diesen Trend verstärkt: 2018 hatten noch 57% der Befragten angegeben, für den Job ins Ausland gehen zu wollen – mittlerweile sind es nur noch knapp 50%. Im Jahr 2014 wollten noch 64% im Ausland arbeiten – der Zeitraum zwischen den ersten beiden Erhebungen betrug jedoch vier Jahre.

Schwerpunktseite: Coronavirus

In Deutschland möchten sogar nur 45% der Arbeitnehmer für ein Unternehmen außerhalb der Bundesrepublik arbeiten (2018: 55%). Die beliebtesten Zielländer der Deutschen sind die Schweiz, Österreich, USA und Kanada. Unter den Top 10 der bevorzugten Länder sind fünf direkte Nachbarländer.

Besonders attraktiv ist der Standort Deutschland für Österreich, Osteuropa und die Türkei. Fernere Länder wie Iran, Marokko, Tunesien, Mexiko und Ghana sind nicht mehr in den Top 10. „Die Attraktivität auf dem internationalen Arbeitsmarkt regionalisiert sich – ein Trend, der sich vor allem durch Corona auch in anderen Wirtschaftsbereichen beobachten lässt“, sagt Strack.

Erfolgreiche Pandemiebekämpfung zahlt sich aus

Englischsprachige Länder dominieren das Ranking weiterhin, an der Spitze gab es aber erstmals einen Wechsel: Kanada hat die USA auf Platz zwei verdrängt. Australien springt von Rang sieben auf Rang drei und landet damit vor Deutschland.

Die Top 10 im Überblick (in Klammern: Position 2018):

  1. (3.) Kanada
  2. (1.) USA
  3. (4.) Australien
  4. (2.) Deutschland
  5. (5.) Großbritannien
  6. (10.) Japan
  7. (8.) Schweiz
  8. (-.) Singapur
  9. (7.) Frankreich
  10. (-.) Neuseeland

Auch hier ist ein Trend erkennbar: Erfolgreiche Pandemie-Bekämpfung schlägt sich im Ranking nieder. „Länder, die die erste Welle der Corona-Pandemie erfolgreich bewältigen konnten, haben im internationalen Vergleich zugelegt“, sagt Dettmers. Dazu zählen vor allem asiatische Länder wie Singapur, Japan und Neuseeland. „Den entgegengesetzten Effekt sehen wir bei jenen Staaten, die im Frühjahr 2020 hart von Covid-19 getroffen wurden – etwa Italien, Spanien oder Frankreich.“

Neue Perspektive gegen Fachkräftemangel: Digitale Mobilität

Die geografischen Grenzen der Arbeitsmärkte sind zuletzt immer durchlässiger geworden, vor allem für Fachkräfte. Diese Entwicklung wurde von der Corona-Krise gestoppt. 57% der Befragten zeigten sich jedoch offen dafür, aus der Ferne für einen Arbeitgeber aus dem Ausland zu arbeiten – demgegenüber stehen 50%, die bereit wären, umzuziehen (Deutsche: 47%).

„Der demografische Wandel steht gerade erst vor der Tür. Während Corona den weltweiten War for Talents massiv verschärft, ist die Pandemie gleichzeitig auch ein Beschleuniger für digitale Mobilität“, sagt Dettmers. „Unternehmen bietet sich heute mehr denn je der Zugriff auf die weltweite Workforce.“

E-Recruiting: So gelingt die digitale Suche nach den besten Talenten

BCG-Partner Strack sieht in dieser neuen virtuellen Mobilität große Vorteile: „Die Besten ihres Fachs können ihre Fähigkeiten international anbieten, auch Firmen haben dadurch einen größeren Talent-Pool.“ Gleichzeitig bringe eine Remote-Arbeitswelt aber auch viele Schwierigkeiten mit sich – etwa rechtliche Fragen, Datenschutz-Bedenken oder das Arbeiten in unterschiedlichen Zeitzonen. Strack empfiehlt den Unternehmen dennoch, diese neue Form der Mobilität als Option zu sehen und zu nutzen.

Städteranking: Berlin weltweit auf Platz vier, New York verliert stark

London bleibt bei internationalen Arbeitnehmern hoch angesehen und führt das Ranking wie schon 2018 an. Auf die englische Hauptstadt folgen die Städte Amsterdam und Dubai. Stark abgefallen hingegen ist die US-Metropole New York, von Platz zwei auf Rang acht. Dubai, Abu Dhabi, Tokio und Singapur haben an Beliebtheit gewonnen.

Die beliebteste Stadt in Deutschland bleibt Berlin. Die Hauptstadt schafft es weltweit auf den vierten Platz (2018: Rang drei). Vor allem bei Arbeitnehmern mit Master-Abschluss oder Promotion kann Berlin punkten und schafft es hier sogar auf Platz zwei.

„Die Startup-Szene und die hohe Internationalität machen Berlin zu einem sehr attraktiven Ort für gut ausgebildete Talente“, sagt Strack. Hinter Berlin folgen in Deutschland München (26) und Hamburg (35), die jeweils drei Plätze gegenüber der Studie von 2018 verloren haben. (wag)


Kontakt zu BCG und Stepstone

Boston Consulting Group GmbH
Ludwigstraße 21
80539 München
Tel.: +49 89 2317 40
E-Mail: onlineDE@bcg.com
Website: www.bcg.com

StepStone Deutschland GmbH
Völklinger Straße 1
40219 Düsseldorf
Tel.: +49 211 9349 30
E-Mail: info@stepstone.de
Website: www.stepstone.de

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